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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 1.154 mal aufgerufen
 ADHS Selbsthilfe für Eltern - 2010, 2009, 2008
jummy ( gelöscht )
Beiträge:

19.12.2010 00:16
*grummel* Schulpsychologen antworten

Hallo!

Das ist mein erster Beitrag hier. Wir hatten heute ein Gespräch mit unserem Schulpsychologen und ich koche ein wenig...
Ich bin selbst Lerntherapeutin in der Ausbildung (was nicht zuletzt daran liegt, dass mein Sohn ADS hat und ich auch beruflich mit Grundschulkindern arbeite) und kenne natürlich die Probleme in der Schule. Mein Sohn hat bisher Concerta 36 bekommen, was möglicherweise zuviel ist. davor haben wir eine Zeitlang Medikinet retard gegeben, aber irgendwie hat das auch nicht hingehauen. Der Schule gegenüber haben wir die positive Diagnose verschwiegen, weil ich aus Erfahrung weiß, dass Lehrer nicht immer damit umgehen können.
Er ist auf jeden Fall in der Schule (jetzt 3. Klase) mehr als weg, verpennt Einträge und gibt in Proben leere Blätter ab, das alte Drama. Wir haben nach langem Hin und Her dem Klassenlehrer, nachdem er uns vorgeschlagen hat, ihn mal zu testen, gesagt, dass wir bereits eine Diagnose haben, aber in einer medikamentösesn Umstellungsphase sind.
Der Test wurde trotzdem durchgeführt und unser Sohn hat im im ersten Teil des CFT 20 (obwohl er gerade mal 8;5 Jahre alt ist; der Test wird erst ab 8;6 empfohlen) unter 80 Punkte erreicht. Mich persönlich schockt das jetzt nicht, weil es sein Aufmerksamkeitsverhalten in der Schule eigentlich widerspiegelt. Ausserdem hatten wir bisher nach Kaufmann und Hawik Werte von 90 -120, also alles für die Katz. Ich weiß ja selbst, wie man diese Tests zu beurteilen hat...
Jetzt fing der Schulpsychologe aber im ERSTgespräch davon an, dass an eine weiterführende Schule gar nicht zu denken sei und schlug HPT und sonderpädagogische Betreuung vor. Sämtliche Horrorszenarien wurden aufgefahren und im Nachhinein denke ich mir, dass ich sowas im Erstgespräch niemals sagen würde. Ganz im Gegenteil - bevor ich mir darüber Gedanken mache, überlege ich doch, ob es nicht andere Maßnahmen geben könnte und versuche, die Eltern zu beschwichtigen.
Ich bin sowas von sauer, auch auf mich, dass ich zu geschockt war, sofort Paroli zu bieten. Ich mußte das echt mal loswerden. *grummelgrummel*

jummy

ferrano Offline



Beiträge: 598

20.12.2010 17:30
#2 RE: *grummel* Schulpsychologen antworten

Hallo jummy,
erstmal herzlich Willkommen!

Hängt von dem Gespräch mit dem Schulpsycho was konkretes ab?

Kann Söhnlein die Kl.3 wiederholen?

Das würde euch erstmal Luft geben und Sohn hätte Zeit zum nachreifen...

Hast Du die anderen Testergebnisse gezeigt?

Grüße Uli

jummy ( gelöscht )
Beiträge:

20.12.2010 21:25
#3 RE: *grummel* Schulpsychologen antworten

Hallo Uli!

Danke für Deine nette Begrüßung!
Nein, erst mal hängt nichts davon ab und die Wiederholung der dritten habe ich auch schon angedacht. Allerdings dachte ich an eine freiwillige Wiederholung am Ende des Schuljahres, um ihm den doppelten Lehrerwechsel zu ersparen (nach der 2. bekommt er dann ja wieder einen neuen Klassenlehrer). Ich hoffe, dass er sich noch soweit stabilisiert, dass er theoretisch versetzt werden könnte. Das wollte ich auch so mit seinem Klassenlehrer besprechen. Der ist ein sehr erfahrener Lehrer, der meinen Sohn auch nicht so dramatisch einschätzt und sich viel davon verspricht, einen Maßnahmenkatalog aufzustellen <- dabei könnte ich Eure Hilfe gut gebrauchen. Er meinte, es sei günstig, sich auf 3 Maßnahmen zu beschränken, da überleg ich noch.
Die Testergebnisse werde ich noch nachreichen, auch um meinem Sohn zu ersparen, vom Schulpsychologen einen Deppenstempel aufgedrückt zu bekommen, die Tendenz dazu hab ich zwischen den Zeilen herausgehört.
Ich koche aber immer noch, habt ihr ähnliche Erfahrungen mit Schulpsychologen gemacht? Malen die immer alles schwarz? Oder ist meiner nur besonders ehrgeizig?

jummy

ferrano Offline



Beiträge: 598

22.12.2010 16:36
#4 RE: *grummel* Schulpsychologen antworten

Hallo!

Zum Thema Psychologen kann ich nur sagen, dass sie so verschieden sind wie andere Leute auch.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele "Fachleute" (auch Ärtzte und Psychos, Lehrer etc.)
wenig Kenntnisse haben über das Thema Konzentrationsstörungen und ADHS.
Die Gleichung Konzentrationsstörung bzw. Reizverarbeitungsstörungen= doof scheint irgendwie weit verbreitet zu sein ..., oftmals habe ich auch das Gefühl man wird als Familie als "doof" wahrgenommen bzw. als Eltern die einfach nicht einsehen wollen, dass ihr Kind nun mal nicht mithalten kann.
Dann sollen wir still, klein und traurig sein.

Vielleicht bist du "kämpferisch, offensiv, gut aussehend, klug" etc."
Das ist nicht gut! Ist ironisch gemeint ... - sprichst vielleicht nicht das Helfersyndrom an.
Solche Menschen haben manchmal das Problem auf "Augenhöhe" zu beraten und zu kommunizieren.
Kenne das auch zur Genüge.
Der Schulpsycho soll Vorschläge zur Förderung machen, du könntest ihn/sie auch darauf ansprechen, dass Du den Eindruck hast abgestempelt zu werden udn die Beratung nicht im Vordergrund steht, dazu gehört auch die Suche nach Stärken Deines Kindes.

Ein Förderplan klingt gut,es ist sinnvoll den möglichst "klein" zu halten, sonst verzettelt man sich und es ist schwer konkret nachzuprüfen, ob die Förderziele erreicht werden konnten.
Das kann so aussehen:
- Verbesserung des Kopfrechnens
a. Tägliches Training daheim ca.10 Min.
b. bei Tests braucht Sohn nur das Ergebnis hinschreiben nicht die Aufgabe (die steht schon drauf, oder wird weg gelassen)
Das soll dem Kind vermitteln, dass es sich lohnt zu üben und das in der Testsituation keine unnötige Energie für Schreibarbeit verpufft ...

Wenn Du Tipps möchtest kannst du mir eine PM schicken, dort schilderst Du die Schulprobleme ganz konkret und was aus Deiner und Lehrersicht am wichtigsten zu fördern ist.

Lieben Gruß Uli

P.S Eigentlich sollte der Psycho heraus gekriegt haben, welchen Verarbeitungsstil dein Sohn bevorzugt, gibt es eine signifikante Verarbeitungsdichotomie? Einfacher gesagt bevorzugt er visuelle Merkhilfen und oder akustische?
Welche Strategien hat er bzw. braucht er um besser klar zu kommen?
Arbeitsverhalten? Typ "schnell und schlampig" oder "langsam und übergenau" oder beides?

§ 35a »»
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