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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 381 mal aufgerufen
 Kinder mit ADHS - Selbsthilfe für Eltern
lotte ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2015 09:46
Einstellung auf Medis- Sohn "zu" euphorisch/überdreht antworten

Hallo. ich habe Fragen. mein Sohn hat mit 5 Jahren erstmalig Medis bekommen- 5mg medikinet- ohne sichtbare Reaktion- Equasym zehn mg retard- das war ganz gut, er blieb aber recht wütig/sozial schwierig( mit anderen Kids) - was der Behandlungsgrund war- daher setzten wir mit dem Arzt wieder ab.
jetzt mit 8 J. ist er sehr unruhig in Schule, immernoch impulsiv, stört immer wieder durch dazwischenreden- überdreht ab der 3.Stunde auch beim Kleiderwechsel zur Schulpause etc.- anderer Arzt riet es wieder mit Medis zu versuchen. Spielt Klassenclown etc.-


Erster Tag 5mg Medikinet- war er ja zur Schule daher weiß ich nicht wies Anschlug- Freitag war er zuhause- 30min. nach Mittelgabe total euphorisch & überdreht, redete wie ein Wasserfall, nach 2 h war der Spuk vorbei. Heute war dann zehn mg Medikinet dran- wieder 2h total überdreht. Ich würde jetzt glatt sagen er reagiert wie ein gesundes Kind auf Medis---- es passt nur gar nicht, da es mit 5 Jahren so anders auf die gleiche Menge angesprochen hat.... habt ihr sowas mal bei der Einstellung erlebt? Ich würde es am Mo. mit Rücksprache Arzt mal mit 2,5mg Medikinet versuchen.... fürchte aber, dass er vielleicht zu den wenigen Kids gehört, bei denen Medis nicht anschlagen.

Damals zur Kitazeit war er sofort deutlich ruhiger & es ging ihm gut damit.

SusanneG Offline



Beiträge: 8.100

22.02.2015 12:08
#2 RE: Einstellung auf Medis- Sohn "zu" euphorisch/überdreht antworten

Hallo lotte,

sei recht herzlich willkommen in unserem Forum! Schön, dass du zu uns gefunden hast.

Jedes Kind ist anders, jede ADHS ist anders, jedes MPH-Medi ist anders, jedes MPH-Medi wird von jedem Kind individuell verstoffwechselt - und das Ganze ändert sich auch noch alle paar Jahre ... vor diesem Hintergrund ist es also völlig normal, dass dein Sohn heute anders auf ein Medi reagiert als vor drei Jahren.

Wenn ein Kind soziale Schwierigkeiten hat und die Medi-Einstellung nicht auf Anhieb klappt, sollte man auf die nächsten Ferien warten. DU musst sehen, wie dein Sohn auf das Medi reagiert. Nur DU kannst beurteilen, ob und falls ja wie das Medikament wirkt. Die Schule bzw. die Lehrkraft hier mit einzubeziehen ist nur sinnvoll, wenn Impulsivität und Aufmerksamkeit im Vordergrund stehen und die Lehrkraft sensibel genug für eine objektive Beobachtung ist. In fünf Wochen sind Osterferien. Verschiebe die Medi-Einstellung auf die Ferien und nutze die Zeit bis dahin, dein Wissen über die MPH-Medis, deren Unterschiede und die verschiedene Vorgehensweisen zur Eindosierung zu erweitern.

Konkretisiere bitte deine Erwartungen an die Wirkung des Medikaments. "... damals war er sofort deutlich ruhiger ..." kann nicht das Therapieziel sein - auch wenn das immer und immer wieder unterstellt, gewünscht, behauptet oder erwartet wird. Methylphenidat (MPH) ist ein Stimulans. Um ein Kind ruhig zu stellen, bedarf es einer völlig anderen Wirkstoffgruppe.

Wenn du Fragen hast, stelle sie uns. Wenn du Fragen zu einem bestimmten Medi in Zusammenhang mit einer Reaktion deines Sohnes hast, nenne bitte immer den vollständigen Namen des Medikaments (vor allem, ob retardiert oder nicht), die jeweilige Dosis und den jeweiligen Beobachtungszeitraum. "Nach zwei Stunden war der Spuk vorbei" ist zwar eine wichtige Aussage im Hinblick auf die Verstoffwechslung und kann Hinweise zur Dosierung geben. Doch bevor nicht klar ist, um welches Medikament es sich genau handelt, ist jeder Versuch einer Antwort reine Spekulation.

Für deine Vermutung, dass dein Sohn zu den MPH-Non-Respondern gehört, ist es noch viel zu früh. Das kann man erst vermuten, wenn mehrere MPH-Medis mit unterschiedlicher Galenik und Trägersubstanz in unterschiedlicher Dosierung ausprobiert wurden. Für die tatsächlichen Non-Responder gibt es inzwischen mehrere medikamentöse Alternativen, die aber nur dann sinnvoll sind, wenn mit MPH kein Therapieerfolg erzielt werden kann.

Du siehst, es gibt noch viele Fragen. Erst wenn wir die Antworten kennen, können wir auch zu den Möglichkeiten Stellung nehmen. Also lass von dir lesen ...

Viele Grüße
Susanne

Wenn ein chaotischer Schreibtisch ein Anzeichen für einen chaotischen Geist sein soll, was sollen wir dann von einem leeren Schreibtisch halten? -Albert Einstein-

lotte ( gelöscht )
Beiträge:

22.02.2015 12:32
#3 RE: Einstellung auf Medis- Sohn "zu" euphorisch/überdreht antworten

Hallo & Danke für die ausführliche Antwort :-D ich arbeite mit ADHS Kids ( Lerntherpaie, Familienberatung )& bin da recht fit. Die Ärztin die wir jetzt haben will keine Ferieneinstellung obwohl ich sie darum bat .. die Klassenlehrerin ist sehr schwierig so das wir da kaum auf Rückmeldung hoffen können. wir haben heute früh 2.5mg versucht, das , macht sich scheinbar gut- er wirkt sehr strukturiert, kann sich gut zurücknehmen - also redet nicht permanent dazwischen. Wir werden das jetzt mal die Woche über beibehalten & eventl. nächstes Wochenende mit 5mg testen. Herzlichen Dank für die Tips- ich rede morgen nochmal mit der Ärztin.

Lg, lotte

Also derzeit sollte er mit 5mg Medikinet anfangen, unretadiert- bei 33kg war die Vermutung der Ärztin dass er wohl auf 15mg kommt- sie ist die dritte Ärztin die wir haben & immer hab ich das Gefühl die wissen nichts sowohl sie als auch der Vorgänger wissen nichts über Rebound- der letzte wollte sogar dazu ein Antidepressiva verschreiben- obwohl die Depris mit Weinen als er 5 Jahre war immer exakt nach Mittelabflutung & nur für eine Stunde auftraten.

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