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Dieses Thema hat 5 Antworten
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 Medis - Archiv 2005-2007
Mandelkern Offline



Beiträge: 1.862

01.02.2007 11:26
Entzugserscheinungen ? antworten

Hallo miteinander,

vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, jedenfalls wäre ich froh, wenn Ihr Infos hättet:

Im entfernteren Bekanntenkreis ist ein 15Jähriger ADS'ler in der Schule zusammengebrochen. Er lag eine Weile im Koma, man wußte erst nicht, was genau passiert war. Anscheinend hatte er wohl ein Herzflimmern, ausgelöst durch einen angeborenen, bisher unentdeckten Herzfehler. Er bekam Ritalin, und natürlich machen die Eltern sich jetzt viele Gedanken...

Jetzt ist er wieder wach, hat aber neurologische Problemchen, vor allem mit der Motorik. Ritalin wurde natürlich komplett abgesetzt, weil das nackte Überleben im Vordergrund stand. Ich denke auch, aufgrund der Herzgeschichte wird es nie wieder in Frage kommen.

Er ist momentan noch sehr schwach, und das schieben die Ärzte unter anderem auf den "Ritalinentzug". Das Wort gefällt mir natürlich gar nicht, vor allem frage ich mich (und hier Euch): Gibt es überhaupt Entzugserscheinungen ? Klar, die ADS-Symptome kommen wieder, aber sonst ?

Ich weiß nicht, welche Dosis der Junge bekommen hat, und ich vermute, dass man das Medikament gegebenenfalls langsam absetzt, wenn das geplant ist, aber wenn ich mir die Medischlucker unserer Familie so ansehe, dann hat da keiner die geringsten Entzugserscheinungen, wenn man die Medis mal vergißt (Wochenende oder so). Allerdings sind bei uns alle sehr niedrig dosiert, könnte das bei höherer Dosierung anders aussehen ?

Danke und viele Grüße,
Mandelkern

mama4kids Offline



Beiträge: 633

01.02.2007 12:19
#2 RE: Entzugserscheinungen ? antworten

Hallo mandelkern,

ob es zu Entzugserscheinungen kommen kann im üblichen Sinne, kann ich Dir leider nicht sagen. Entzugserscheinungen bekomm nur ICH, wenn ein Medi-Kind seine Medis nicht nimmt. Nein, im Ernst: hab ich noch nie gehört im Medi-Bekannten- und-Verwandtenkreis, dass die Kinder Entzugserscheinungen haben. Im Gegenteil: einige sind sehr froh, wenn sie die Medis mal nicht nehmen müssen!
Wir haben doch im Wissenschaftlichen Beirat des AdS e.V. auch Ärzte, frag doch da mal nach. Hoffe, Du kommst weiter!

Liebe Grüße
mama4kids

Freu Dich wenn es regnet - Es regnet auch, wenn Du Dich nicht freust!

ailixia ( gelöscht )
Beiträge:

01.02.2007 15:34
#3 RE: Entzugserscheinungen ? antworten

Hallo!
Ich nehme meine Medis nach Bedarf.Natürlich nach Absprache mit meinem Arzt.
Das heist,wenn ich zu Hause bin und gar nicht weg kann oder muss,nehme ich keine.
Von Entzugserscheinungen habe ich noch nichts bemerkt.
Mir haben sie mal in einer Reha gesagt,ich sollte sie nur langsam absetzen.
Da ist aber kein Unterschied,bin ich der Meinung!Ich habe da zu mindestens keinen bei mir bemerkt.
Bis bald,Ailixia!


jmc Offline



Beiträge: 128

03.02.2007 09:57
#4 RE: Entzugserscheinungen ? antworten

hi mandel,
von entzugserscheinungen habe ich bisher noch nie gehört, und auch noch nie festgestellt, weder bei mir noch bei nr.1.

nr.1 ist ja sehr hoch dossiert, und selbst bei ihm habe ich noch nie etwas davon gemerkt. klar die syntome sind dann sehr ausgeprägt, sehr sehr ausgeprägt, aber er bemerkt es nicht, wenn er mal eine tablette vergißt. er ruft dann nur an und sagt " alle schimpfen mit mir und sie streiten mit mir " ich frage dann nur ob er auch eingenommen hat !!!
in den ferien bekommt er auch immer weniger als in der schule und einmal im jahr lassen wir füe eine woche weg, um zu schauen wie es ganz ohne ist, meistens unerträglich.

ich selber habe erst letzten sommer meine concertas weggelassen, ich hatte keinen entzug, aber ich kam mit der situation ohne tabletten nicht klar. ich habe dann nach zwei wochen wieder angefangen einzunehmen, da ohne alles aus den ruder glitt.

ich wünsche deinen bekannten alles gute
jmc

Rumpelstilzchen ( Gast )
Beiträge:

04.02.2007 20:52
#5 RE: Entzugserscheinungen ? antworten

hallo mandel,
ich arbeite mit familien, deren kinder die unterschiedlichsten behinderungen haben. eine klientin berichtete mir nun, das sie die medis ihres sohnes (ADHS) absetzen wollte, weil sie meinte, das es ihm ohne besser geht als mit. und sie hatte in den ferien immer das medi abgesetzt und jetzt nach den sommerferien einfach nicht mehr damit angefangen. aber sie bekam riesen druck von der schule, so hat sie ihn nun in die heckscherklinik einweisen lassen. dort ist der junge sationär untergbracht um zu klären ob medi o. nicht. als er nun das erst wochenende ohne midikamente daheim war, ist er wohl total abgedreht und sie ist überzeugt, das diese totalen überreaktionen schon so ne`art entzugserscheinungen sind.
weiß jetzt nicht ob dir das weiter hilft
rupelstilzchen

GabiR. ( gelöscht )
Beiträge:

05.02.2007 09:53
#6 RE: Entzugserscheinungen ? antworten

Hallo zusammen,

hab eine Stellungsnahme aus ärztlicher Sicht gefunden:

Das ADS findet sich schon immer als klar definierte Erkrankung in allen einschlägigen Diagnoserichtlinien, so zum Beispiel in der für Ärzte verbindlichen ICD (Internationale Klassifikation von Erkrankungen), herausgegebenen von der WHO (Weltgesundheits-Organisation).
Die tragende Säule der Therapie und wirksamste Hilfe stellen medikamentöse Behandlungen mit sog. Stimulanzen dar. Es wird leider immer wieder suggeriert, zum Beispiel in der Presse, daß diese Mittel "süchtigmachend" seien. Daß dies so nicht stimmt, darauf wies sogar das Bundesgesundheitsamt im Rahmen der Nachzulassung von Methylphenidat (Ritalin, dem meist verordneten Präparat) hin, als es im Rahmen der Nachzulassung gemäß den neuesten Arzneimittelrichtlinien formulierte:"Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch in den zugelassnen Anwendungsgebieten ist die Abhängigheitsgefahr gering bzw. praktisch nicht vorhanden.(...)Mißbrauch und Abhängigkeit scheinen auch bei Jugendlichen und Erwachsenen, die als Kinder Ritalin zur Therapie hyperkinetischer Verhaltensstörungen erhalten haben, nicht vorzukommen."
Dem ist nur wenig hinzuzufügen: Ritalin gibt es seit vielen Jahrzehnten in den meisten Ländern. Die Stimulanztherapie existiert bereits seit 1937. Nirgendwo gibt es relevante pharmakologische oder klinische Probleme, setzt man es korrekt ein.
Werden STimulanzien bei entsprechender Indikation jedoch nicht angewendet (zum Beispiel aufgrund solcher o.g. Vorurteile), entstehen häufig massive psychische Folgeschäden, soziale Ausgrenzungen der Betroffenen (z.B. Heimunterbringung oder Förderschule), dramatisch schlecht verlaufende Schulkarrieren sowie durch falsche Therapie geschädigte Familien.
Dies ist mitverursacht durch eine zu seltene Verordnung von Stimulanzien.

Vielleicht hilft dieser Artikel (als Anhang vom Oberschuleamt) ein bißchen weiter.

Liebe Grüße
gabi

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