Bett gehen /schlafenzeiten
Hallo ich bin mama eines 5 jährigen mit adhs und bei uns ist das abendliche bett gehen ein echter krampf . Wir haben jeden abend eigendlich die gleiche rutine aber ich habe das gefühl das bringt alles nichts . Seit einiger zeit eskaliert es abends jetzt komplett und ich weiß nicht was ich noch machen kann . Ich erkläre es mal;
Unser abend :
Abendessen ca 18:00 /18:30
Danach darf noch gespielt werden bis ca 19:45
Dann zähne putzen, toilette ,schlafanzug an und ins bett.
Im bett wird noch mit papa telefobiert und ein buch gelesen so das es dann ca 20:20 ist. Und dann eigendlich schlafen .
Aber seit einiger zeit wird zum schlafanzug anziehn schon eine globale herrausfoderung. Und nach dem telefonieren und buch lesen voll aufgedreht mit laut werden umherlaufen und seinen bruder wecken . Bis er dann im bett ist ist es teilweise 22- 23 uhr . Und ich bin total am ende . Was kann ich noch machen das es halbwegs läuft ???
Ich brauche wirklich dringend hilfe.!!!!
Hi engy, ich begrüße dich herzlich in unserem Forum. Sorry, es ging nicht früher.
Den globalgalaktischen ADHS-Einschlaftipp habe ich nicht - das wäre ja sonst auch zu einfach. Ich habe damals alles probiert. Echt alles. Geholfen hat nur wenig. Hier die Quintessenz (gilt nur für uns!):
Hund füttern, schnell mal mit ihm ums Eck. Dann Abendessen, in der Regel so um 18,30 Uhr. Anschließend (KIKA 18.50 Uhr) kommt das Sandmännchen. Dazu gab es eine kleine Tasse Melissentee oder Fencheltee, auf jeden Fall ungesüßt, Das Sandmännchen war bei uns eine feste Größe und wurde jeden Tag angeschaut. Da hat dann der Fernseher gesagt, jetzt ist es Zeit, ins Bett zu gehen. Der Fernseher, nicht die Mama.
Ab ins Bad, waschen, Zähne putzen, Toilette, Schlafi anziehen.
Spätestens um 19.15 Uhr ging es ins Bett. Ich habe sie abends gefragt, was sie heute schönes erlebt hat; möglichst keine allgemeinen (Wie war es heute im Kindi?), sondern konkrete Fragen (Hast du heute mit xy in der Bastelecke gespielt?). Sinn und Zweck war nicht, sie zum Nachdenken und Erzählen zu bringen, sondern ihr die positiven Erlebnisse des Tages ins Gedächtnis zu rufen. Dann habe ich ihr vorgelesen (absolutes Lieblingsbuch: Mausi geht ins Bett); Nicht selten bin ich bei anderen Büchern dabei selbst eingeschlafen.
Und nein, das hat nicht immer funktioniert - nicht immer, aber immer öfter.
Ich habe dabei die Erfahrung gemacht, dass zwischen Bad und Bett nicht viel Zeit vergehen darf. Später, als sie längst erwachsen war, habe ich bei mir selbst gemerkt, warum, und das ist bis heute so. Irgendwann am Abend werde ich müde. Also mache ich den Fernseher und/oder den Laptop aus, trage mein Zeugs in die Küche, lasse die Hunde ein letztes Mal für heute in den Garten, gehe ins Bad. Jetzt - eine halbe Stunde später - liege ich im Bett und bin blitzwach. Viel zu viel Action zwischen "ich bin müde" und "ich bin im Bett und will jetzt schlafen". Zu viel Bewegung, zu viel Serotonin, zu viel Zeit um wieder wach zu werden. Lösung: Bevor ich müde werde, Geräte aus, Zeugs aufräumen, Hunde raus, Bad ... und dann, irgendwann später, wenn die Müdigkeit beginnt, sofort ab ins Bett. Funktioniert bei mir immer.
Es spielt auch eine Rolle, zu welchem Zeitpunkt man ins Bett geht und einschlafen will. Wenn meine Tochter eine Viertelstunde über die Zeit war, dann war es erst mal nix mit Schlafen. Das muss man herausfinden und bei den zeitlichen Versuchen viel Geduld haben.
Was mir an deinem Zeitplan auffällt, ist, dass zwischen Abendessen und ins Bett gehen eine große Zeitspanne ist und dass Tätigkeiten mit Action (zB mit Papa telefonieren) unmittelbar vor dem Einschlafen-Sollen stattfinden. Kannst du da etwas an der Reihenfolge ändern?
Wenn du (zwischen 18.00 Uhr und 20.30 Uhr) eine neue Abendroutine herausfinden willst, ändere immer nur einen Parameter - also entweder einen Zeitpunkt oder eine Reihenfolge. Wenn du mehrere Änderungen auf einmal versuchst, weißt du danach nicht, was davon funktioniert hat.
Halte uns gerne über die einzelnen Schritte und was sie jeweils gebracht haben auf dem Laufenden. Hier sind ja noch mehr Foris, die ganz andere Erfahrungen gemacht haben.
Viel Erfolg wünscht
Susanne
Hallo Engy,
auch von mir ein herzliches Willkommen in unserem Forum. Schön das du da bist.
Bei uns würde abends nach dem Abendbrot nichts wildes mehr gespielt. Wir haben gegessen, den Tisch abgeräumt, dann bin ich mit dem Kindern ins Bad und es wurde der Schlafanzug angezogen und dann haben wir uns noch oft zusammen aufs Sofa gekuschelt, eine Kassette gehört, vorgelesen, über die guten Dinge des Tages gesprochen. Um 19:30 Uhr sind die Kinder spätestens ins Bett. Da gab es noch eine Geschichte, dann wurde eine Kassette zum schlafen angestellt (nur eine die sie schon auswendig kannten) und dann geschlafen. Das hat nicht immer so geklappt, aber immer öfter. Für meine Kinder wäre 20:30 Uhr in dem Alter zu spät gewesen. Da wären sie über den müden Punkt wieder weg gewesen. Bei uns war es auch manchmal schwierig und das wären so meine Erkenntnisse bei meinen Kindern
Ansonsten kann ich Susanne zu 100% zustimmen.
#4
Hallo Engy,
willkommen hier im Forum!
Wie geht es deinem Jungen, wenn er erst gegen 22/23 h schläft? Ist er am nächsten Morgen müde, oder merkt man ihm nichts an?
Mein Jüngster war absoluter Hardcore-Wenigschläfer, ich verstehe dich daher wirklich sehr gut. Es ist so wahnsinnig anstrengend.
Bei uns war schon auch wichtig, dass zwischen Abendessen, Zähneputzen und dann Im-Bett-sein möglichst wenig Zeit war. Spielen ging da gar nicht mehr, sonst hätte mein Jüngster den Weg ins Bett gar nie gefunden.
Er blieb nur im Bett, wenn jemand bei ihm war, sonst turnte er sofort wieder durch die Gegend. Mein Mann und ich haben stundenlang gelesen, er hatte Lieblingsbücher, die "mussten" sein.
Trotzdem schlief er schon in diesem Alter sehr selten vor Mitternacht - und war am nächsten Morgen fit wie ein Turnschuh. Dieses Wenigschlafen liegt bei uns seit Generationen in der Familie, dagegen kommt nichts an. Wenn du also feststellen musst, dass es bei euch auch eine solche Tendenz gibt, dann ist es wohl besser, das weitgehend als gegeben hinzunehmen. Falls dein Junior aber morgens müde ist, dann probiere kleinere Anpassungen - und zwar immer schon nach und nach, wie Susanne geschrieben hat.
Viele Erfolg!
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