#1 Situation: Umgang mit ADHS in Deutschland von Speranza 01.02.2015 16:11

Hallo liebe Mitglieder,
Es ist wirklich anstrengend seinem Umfeld die Diagnose ADHS verständlich rüber zu bringen. Immer wieder wird man mit dem Vorwurf konfrontiert, dass es nur ein Erziehungsproblem ist. Ich mag und kann das nicht mehr hören. Wir brauchten 3 Kinderpsychiater, um überhaupt die Diagnose und endlich ein bisschen Hilfe zu bekommen,Jetzt haben wir endlich einen, der aber eigentlich keine Zeit und vielleicht auch keine Kompetenz hat, sich für eine echte individuelle und multimediale Lösung einzusetzen. Das Ritalin Rezept ist ja schnell mal geschrieben. Muss man wirklich den Weg in so ein Forum suchen, um echte Hilfe zu bekommen? Neben ADHS haben wir auch mit dem Thema Dyskalkulie zu tun. Hier ist die Lage ähnlich disaströs wie bei ADHS. Dyskalkulie wird schlicht von der überwiegenden Mehrheit nicht anerkannt. Bei Legasthenie ist dies seltsamerweise kein Problem. Nach unseren Erfahrungen mit Lehrern, anderen Eltern, Nachbarn, Freunden?, Verwandten und schlechten Ärzten sind wir zum Schweigen über gegangen. Dies führt dann zwangsläufig in die soziale Isolation, die sich ja auch durch das Verhalten des Kindes und dem Unverständnis des Umfeldes bereits entwickelt hat. Nun erscheint im März diesen Jahres auch noch ein Buch, das behauptet die Diagnose ADHS gäbe es nicht. Ich bin sprachlos und langsam am Ende meiner Kräfte.
Wer an dieser Stelle nun zweifelt, ob es sich bei unserer Tochter wirklich um ADHS handelt, dem kann ich versichern, dass ich mich als Wissenschaftlerin eingehend mit der Thematik auseinander gesetzt habe. Es besteht leider kein Zweifel. Dennoch wünsche ich mir einen Spezialisten, der weiß, dass man Gewicht, Blutdruck und Herzfrequenz bei Ritalin überwachen sollte. Der hellhörig wird, wenn ich ihm sage, dass meine Tochter unter Schwindel, Angststörungen und Einschlafstörungen bereits vor Ritalin leidet und auch über eine Alternativmedikation oder Neurofeedback Bescheid weiß. Der sensibel weiss, was man im Beisein des Kindes besprechen kann und was nicht. Sind Eure Erfahrungen auch so enttäuschend?
Speranza

#2 RE: Situation: Umgang mit ADHS in De..utschland von Pippilotta 01.02.2015 16:19

Liebe Speranza, (oder Esperanza ? )

herzlich willkommen in unserem Forum.
Ich selbst bin betroffen, aber keine Mutter und ich kenne die von dir beschriebenen Wege nur aus Erzählungen.
Hier im Forum wirst du auf andere Mütter stoßen die alle bereits unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben, postive und negative
Phasen überlebt haben und ich wünsche dir hier einen spannenden und hilfreichen Austausch.
Lies dich durchs Forum und einige Fragen werden sich vielleicht schon beantworten lassen.
Für die erwähnten Kontrollungtersuchungen bedarf es i.d.R. keinen Spezialisten, die Untersuchungen gehören mit zum A und O bei einer medikamentösen Therapie.
Egal, ob bei ADHS oder irgendeiner anderen chronischen Erkrankung. Sag ich mal so einfach....

Próxima Estación: Esperanza

#3 RE: Situation: Umgang mit ADHS in Deutschland von SusanneG 01.02.2015 17:14

Hallo Speranza,

auch von mir ein herzliches Willkommen im Forum!

Speranza - ja, das brauchen wir hier alle, sei es nun auf italienisch, spanisch, portugiesisch oder auch auf deutsch: Hoffnung. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Ja, ich stimme Dir zu: Der Umgang mit ADHS in Deutschland ist desaströs. Vor allem aber ist er schädlich. DAS ist der Grund, weshalb es Foren wie dieses gibt. Irgendwo muss man ja schließlich Hilfe finden können, wenn man von allen "da draußen" im Stich gelassen oder abgestempelt wird. Offenbar lässt sich Hilfe nur bei anderen Betroffenen finden, sei es nun in Selbsthilfegruppen oder Foren.

Stellungnahmen zu den von Dir aufgeworfenen Fragen überlasse ich mal den Mamas hier im Forum, die sind da up to date. Viel Informationen und auch viel Spaß in unserem Forum wünscht Dir ...

Susanne

#4 RE: Situation: Umgang mit ADHS in Deutschland von FaVe 01.02.2015 18:01

Hallo!

Ein drittes Herzlich Willkommen im Forum!


Ja, Ja, Ja .... was du beklagst, kenne ich auch. Dyskalkulie konnte zwar bei uns ausgeschlossen werden, aber der Weg war lang.

Mir hat neben dem Forum der Besuch eines Gesprächskreises / einer Selbsthilfegruppe sehr gut getan: gerade der Austausch über Therapeuten / Ärzte / Angeobte vor Ort mit Eltern, die den oder die vielleicht auch kennen, hat mir sehr geholfen.

Vielleicht findest du über die Website des ADHS Deutschland eine Gruppe in Deiner Nähe???

Und selbst bei fähigen und informierten Ärzten ist man gut beraten, auch Ahnung zu haben, um nachzufragen, anzuregen, weiterzukommen.
Grüße, alles Gute und weiterhin viel Kraft!!

FaVe

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz