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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 500 mal aufgerufen
 Kinder mit ADHS - Selbsthilfe für Eltern
Seiten 1 | 2
Ratloser Offline



Beiträge: 10

24.10.2020 17:24
Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Hallo liebe Leidensgenossen,

wir sind neu in der Gruppe und hoffen, dass ihr uns durch eure Erfahrungen noch helfen könnt.

Unser Sohn (9 1/2 Jahre / 1,30m / 26 kg) hat stark ausgeprägtes ADHS mit oppositioneller Verhaltensstörung. Diagnose kam mit der Einschulung vor 3 1/2 Jahren. Wir haben zuerst viele Alternativen von Nahrungsergänzung bis hin zu Neurofeedback versucht. Nach einem Jahr waren wir als Eltern bereit und haben den Entschluss gefasst, ihm Medikamente zu geben. Er war damals 3 Wochen stationär in einem sozialpädiatrischen Zentrum. Wir haben dort ein Elterntraining (Triple P) besucht und er wurde unter ärztlicher Beobachtung eingestellt. Angefangen haben wir mit Medikinet und Medikinet retard (Methylphenidat). Die Wirkung auf seine Konzentration war sehr gut, allerdings hatten wir heftig mit Rebound zu kämpfen und er entwickelte 2 Tics. Daher wurde das Medikament schon nach 2 Wochen abgesetzt.

Danach ging es mit Elvanse (Lisdexamfetamin) weiter. Wirkung war nicht ganz so gut wie Medikinet, aber deutlich zu sehen. Allerdings traten nach einer Weile die selben Nebenwirkungen auf. Heftiger Rebound, folglich sehr Aggressiv und wieder Tic-Entwicklung. Also wurde das Medikament nach ein paar Wochen ebenfalls wieder abgesetzt.

Folgend hat die Ärztin Strattera (Atomoxetin) verordnet. Ein besseres Gefühl gab uns dabei, dass Strattera nicht zur Gruppe der Psychostimulanzien gehört und somit auch nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt. Dies hat er, da sich erst ein Spiegel aufbauen muss, ein paar Monate genommen. Allerdings sahen wir kaum Wirkung, so dass dies auch wieder, wie empfohlen, schleichend abgesetzt wurde.

In der „Ausschleichphase“ haben wir erstmal kein Medikament gegeben, was leider eine Katastrophe war. Da die Ärztin mit ihrem Latein am Ende war, haben wir den Arzt gewechselt.

In dieser Zeit hatte der „normale“ Kinderarzt bei einer Kontrolluntersuchung Extrasystolen entdeckt. Dies haben wir natürlich sofort von einem Kardiologen abklären lassen.

Beim neuen Arzt haben wieder mit Medikinet in Kombination mit Abillify begonnen.

Überschneidend nach ca. 2 Wochen kam das Ergebnis vom Langzeit EKG: ca. 20% Extrasystolen. Der Arzt wollte zur Sicherheit, da er nicht ausschließen konnte, dass die Herzrhythmusstörung von seiner Medikation kommen / verstärkt werden, Medikinet mit Abillify wieder absetzten.

Wir sind dann auf Intuniv (Guanfacin) umgestiegen. Dies verträgt er gut, aber die Wirkung auf Konzentration und Hyperaktivität fehlt eigentlich komplett. Der einzige wirkliche Vorteil ist, dass er, im Gegensatz zur Zeit bis zum Einsatz von Intuniv, Abends zu kinngerechter Zeit schläft und sich somit die morgendliche Situation etwas entschärft hat.
 
Intuniv nimmt er nun schon ein Jahr. Wir finden, dass die Wirkung generell nachlässt. Auch nach Erhöhung von 2 auf 3 mg ist keine Besserung eingetreten. Wir haben nun aktuell auch wieder ein Langzeit EKG machen lassen. Es waren nun wieder 20% Extrasystolen. Zwischendurch waren es mal nur 3%.
 
Unser Arzt tut sich aufgrund der Extrasystolen mit der Medikation sehr schwer und auch generell ist er, im Gegensatz zum Start der Behandlung, für Monotherapie.

Was treibt uns um?

Die Extrasystolen scheinen unabhängig der Medikation zu bestehen.

Welche Medikamente sollten wir trotzdem ausschließen, welche in die engere Wahl nehmen? Im Prinzip haben wir alle durch.

Mono- oder Kombimedikation?
(Freunde fahren sehr gut mit der Kombination von Medikinet und Intuniv)

Weiteren Recherchen zufolge gibt es Medikamente auf Methylphenidat-Basis (u.a. Concerta, Kinecteen) die den Rebound abmildern, vielleicht sogar verhindern. Helfen diese auch bei der Tic-Problematik?

In der Grundschule ist es aktuell schwierig, für Hausaufgaben sitzen wir stundenlang. Er ist ein ein aufgewecktes Kerlchen und schreibt, trotz seiner Konzentrations-einschränkungen gute Noten. Nächstes Jahr ist der Schulwechsel zur weiterführenden Schule. Ich sehe hier hohe Hürden.

Vielen Dank für euer Feedback.

SusanneG Offline



Beiträge: 9.394

24.10.2020 18:08
#2 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von Ratlos im Beitrag #1
wir sind neu in der Gruppe und hoffen, dass ihr uns durch eure Erfahrungen noch helfen könnt.


Herzlich willkommen in unserem Forum ! Schön, dass ihr zu uns gefunden habt. Und hier ist sie auch schon, unsere erste Bitte: Wir möchten gerne wissen, ob wir mit Papa oder Mama sprechen, deshalb bitte ich euch, beide anzumelden - gerne als "Ratlose Mama" und "Ratloser Papa", dann sehen wir gleich, mit wem wir es zu tun haben. Oder sucht euch andere Namen aus, ganz wie ihr wollt. Diesen Nick - Ratlos - kann ich auf den gewünschten Namen abändern, das zweite Eltern möge sich bitte neu registrieren. Das geht auch mit der gleichen E-Mail-Adresse. Vielen herzlichen Dank.

Ich sehe gerade, ihr seid online. Also packe ich meine Antworten in einen zweiten Beitrag und gebe euch erst mal was zu lesen: unser Kartoffelmüsli. Dort werden (fast) alle Medikamente mit Methylphenidat (MPH) einander gegenübergestellt, was ein Vergleichen sehr viel einfacher macht. Kinecteen ist noch nicht dabei, es ähnelt Concerta am meisten.

Es ist langweilig, bitte lest es euch trotzdem durch. Das sind einfach die Basics für die Medikation mit MPH.

LG Susanne

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SusanneG Offline



Beiträge: 9.394

24.10.2020 18:36
#3 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
wir sind neu in der Gruppe und hoffen, dass ihr uns durch eure Erfahrungen noch helfen könnt.

Geht einfach mal davon aus, dass wir das können.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Wir haben dort ein Elterntraining (Triple P) besucht

Triple P ist sehr geeignet bei neurotypischen Kindern, die "ein bisschen aus dem Ruder gelaufen sind". Bei Kindern mit ADHS ist es überhaupt nicht hilfreich. Bitte gönnt euch - vor alle eurem Sohn - ein Elterntraining ETKJ nach Neuhaus. Ich weiß nicht, wo ihr wohnt. Also fragt am besten direkt in der Praxis Neuhaus danach (0711 367014). Wenn regional nichts zur Verfügung steht, fahrt nach Esslingen - euch allen zuliebe. Äh, natürlich erst, wenn die Corona-Beschränkungen es wieder zulassen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Angefangen haben wir mit Medikinet und Medikinet retard (Methylphenidat).

In welchen Dosierungen?

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Die Wirkung auf seine Konzentration war sehr gut, allerdings hatten wir heftig mit Rebound zu kämpfen und er entwickelte 2 Tics.

Bei Tics sind sofort freisetzende und 50:50 freisetzende MPH-Medikamente nicht geeignet.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Im Prinzip haben wir alle durch.

Nein. Ihr habt alle Wirkstoffe durch. Bei MPH gibt es ein Dutzend Präparate mit unterschiedlicher Galenik. Bevor nicht alle durchprobiert wurden, seid ihr auch mit MPH noch nicht durch. Du schreibst oben, die Konzentration war gut. Also ist dein Sohn schon mal kein MPH-Non-Responder. Irgendeines der MPH-Medis wird funktionieren.

Und nein, das behaupte ich jetzt nicht einfach so. Bei mir funktionieren exakt vier - von über einem Dutzend. Und ich hab sie bis auf eines alle durch.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Mono- oder Kombimedikation?

Bitte immer nur einen Parameter ändern! Und ja, Kombinationen verschiedener MPH-Präparate miteinander oder MPH in Kombination mit Strattera, Elvanse, Intuniv können durchaus funktionieren. Das macht man (ganz grob umrissen), wenn bei einem Präparat, das eigentlich gut funktioniert, die Dosis nicht ausreicht oder die Nebenwirkungen ab einer bestimmten Dosis unangenehm werden.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Medikamente auf Methylphenidat-Basis (u.a. Concerta, Kinecteen) die den Rebound abmildern, vielleicht sogar verhindern. Helfen diese auch bei der Tic-Problematik?

Ja - das hängt zusammen. Tics treten auf, wenn die MPH-Wirkung auf einen Schlag abfällt; also bei sofort freisetzenden Präparaten (Medkinet, Ritalin, Equasym, MethylpheniTAD und nicht retardierten Generika) sowie bei 50:50 % freisetzenden Präparaten (Medikinet retard, Ritalin LA). Wobei die Sache mit dem Rebound oft auch eine Frage der Definition ist.

So viel erst mal zu den wichtigsten Fragen. Später mehr.

Lesen gefährdet die Dummheit

Ratloser Offline



Beiträge: 10

24.10.2020 20:28
#4 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Hallo Susanne,

vielen Dank für die schnelle Aufnahme.

Ich habe dir eine E-Mail geschrieben und meine Frau ebenfalls registriert.

Den ersten Beitrag haben WIR gemeinsam verfasst.

Dein Kartoffelmüsli, deine Vergleiche im Forum generell, finde ich sehr eindringlich.
Langweilig liest man wohl woanders...

Ratloser Offline



Beiträge: 10

24.10.2020 20:54
#5 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von SusanneG im Beitrag #3
Geht einfach mal davon aus, dass wir das können.

Ich fühle mich im Forum von Anfang an sehr gut aufgehoben. Ein Gefühl, das ich in Zusammenhang mit Behandlung von ADHS noch nicht kannte.
Auf meine Ratlosigkeit ist neuer Tatendrang gefolgt. Vielleicht sollte ich meinen Nick wieder ändern :-)

Zitat von SusanneG im Beitrag #3
Elterntraining ETKJ nach Neuhaus

Das Elterntraining kannte ich bisher nicht. Wir informieren und gerne weiter.

Zitat von SusanneG im Beitrag #3
In welchen Dosierungen?

Uih, ich musste die Rezeptkopien raussuchen. Ist schon lange her.

Angefangen haben wir mit 5mg Medikinet und 10mg Medikinet retard. Einnahme beide morgens.

Elvanse waren 1x 20mg morgens und

Strattera haben wir mit 2ml (morgens) begonnen und soweit ich mich erinnere bis auf 4ml gesteigert, bevor wir es wieder ausschleichen ließen.

Intuniv haben wir erst vor kurzer Zeit von 2mg auf 3mg am Morgen erhöht.

Zitat von SusanneG im Beitrag #3
Bei Tics sind sofort freisetzende und 50:50 freisetzende MPH-Medikamente nicht geeignet.


Aktuell gefällt uns deshalb deine Birnen-Lösung (Concerta, Kinecteen) auf Anhieb. Ich denke am nächsten Arztbesuch wollen wir einen weiteren Versuch mit MPH beginnen.

Zitat von SusanneG im Beitrag #3
Nein. Ihr habt alle Wirkstoffe durch.

Licht am Ende des Tunnels! Danke für die Hoffnung, die du uns nach fast 4 Jahren verzweifeltem Ausprobieren spendest!

Auf meine Ausführungen über die Extrasystolen hast du leider noch nicht geantwortet.
Der Teil ist natürlich für uns sehr wichtig.

Gibts hier, außer die Horrorgeschichten, die man über Ritalin hört, dazu Erfahrungswerte?

SusanneG Offline



Beiträge: 9.394

24.10.2020 22:43
#6 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von Ratloser im Beitrag #4
Ich habe dir eine E-Mail geschrieben und meine Frau ebenfalls registriert.

Beides erledigt.

Zitat von Ratloser im Beitrag #5
Auf meine Ratlosigkeit ist neuer Tatendrang gefolgt. Vielleicht sollte ich meinen Nick wieder ändern :-)

Numachmalangsamjetzt! Du siehst Licht am Ende des Tunnels und das ist gut so. Nicht mehr ratlos bist du erst, wenn die Medikation passt. Und dann kannst du über neue Nicks nachdenken .

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Danach ging es mit Elvanse (Lisdexamfetamin) weiter. Wirkung war nicht ganz so gut wie Medikinet, aber deutlich zu sehen. Allerdings traten nach einer Weile die selben Nebenwirkungen auf.

Bitte beschreibe diese Nebenwirkungen - sowohl bei Medikinet als auch bei Elvanse.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Folgend hat die Ärztin Strattera (Atomoxetin) verordnet. Ein besseres Gefühl gab uns dabei, dass Strattera nicht zur Gruppe der Psychostimulanzien gehört und somit auch nicht dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt.

Arrrgh! Immer diese Vorurteile! Schau mal hier: Grundsätzliches zu MPH-Medkamenten.

Auch Strattera hat Nebenwirkungen, und das nicht wenig. Bist du sicher, dass du sie alle wissen willst? Das Tückische an den NW von Strattera ist, dass sie oft sehr viel später auftreten. Insbesondere die NW, die erst nach vier Jahren zutage treten, sind nicht erstrebenswert.

Strattera ist eigentlich als Medikament für MPH-Non-Responder gedacht und macht dann auch einen guten Job. Es hat also durchaus seine Daseinsberechtigung und ist - passend eingesetzt - ein gutes Medikament.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Wir sind dann auf Intuniv (Guanfacin) umgestiegen. Dies verträgt er gut, aber die Wirkung auf Konzentration und Hyperaktivität fehlt eigentlich komplett.

Intuniv senkt den Blutdruck. Es ist also immer dann angesagt, wenn der Blutdruck ohnehin zu hoch ist. Es beeinflusst einen völlig anderen Neurotransmitter, deshalb ist die Wirkung auch nicht unbedingt mit MPH vergleichbar.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Da die Ärztin mit ihrem Latein am Ende war, ...

Was, jetzt schon ?

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Beim neuen Arzt haben wieder mit Medikinet in Kombination mit Abillify begonnen.

Abilify ist ein Neuroleptikum. Es soll dann zum Einsatz kommen, wenn zur ADHS weitere Störungen vorliegen, die sich mit der ADHS-Behandlung alleine nicht therapieren lassen. Liegen denn weitere Diagnosen vor?

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
In dieser Zeit hatte der „normale“ Kinderarzt bei einer Kontrolluntersuchung Extrasystolen entdeckt. Dies haben wir natürlich sofort von einem Kardiologen abklären lassen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Der Arzt wollte zur Sicherheit, da er nicht ausschließen konnte, dass die Herzrhythmusstörung von seiner Medikation kommen / verstärkt werden, Medikinet mit Abillify wieder absetzten.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Die Extrasystolen scheinen unabhängig der Medikation zu bestehen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #5
Auf meine Ausführungen über die Extrasystolen hast du leider noch nicht geantwortet. Der Teil ist natürlich für uns sehr wichtig.

Jadoch, kommt ja schon. Hin und wieder muss ich mich auch anderen Verpflichtungen zuwenden .

Extrasystolen - dafür ist der Kardiologe zuständig, dazu kann ich wenig beisteuern, nur Allgemeines. MPH erhöht den Blutdruck - durchschnittlich um 4 mmHg. Durchschnittlich heißt auch, beim einen gar nicht, beim anderen um 10 oder gar 20 mmHg. Also hin und wieder mal Blutdruck messen lassen (die Apotheke zB macht das auch). Ist der Blutdruck von vor der Medikation bekannt?

Unter der Medikation mit MPH kann es zu Herzrasen kommen, was in der Regel nach ein paar Sekunden wieder vorbei ist. Man sollte es beim Kardiologen erwähnen. Für bedenklich würde ich es halten, wenn es täglich vorkommt - oder gar mehrmals am Tag. Bei mir passiert das alle paar Wochen mal und seit ich weiß, dass es gleich wieder verschwindet, regt es mich auch nicht sonderlich auf.

Der Kardiologe sollte in die Medikation (zumindest in die mit MPH) mit einbezogen werden. Wenn er sich mit MPH nicht auskennt - macht nix, muss er auch nicht, ist nicht seine Baustelle. Er hat aber ganz andere Möglichkeiten als wir, sich über das Zusammenspiel von Herz und MPH zu informieren. Dann weiß er es eben erst beim nächsten Besuch. Ich finde es auf jeden Fall wichtig, den Kardiologen mit an Bord zu holen. Ohne genügend Dopamin im synaptischen Spalt kann man leben - ohne Herz nicht (Zitat geklaut vom Kardiologen meines Mannes).

Du schreibst, die Extrasystolen scheinen unabhängig von der Medikation zu bestehen. Kannst du das irgendwie herausfinden (lassen)? Für ein EKG ohne MPH brauchst du das Medi nur für einen Tag aussetzen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #1
Welche Medikamente sollten wir trotzdem ausschließen, ...

Erst mal keine (Frage ist zu allgemein). Ich würde aber darauf hören, was der Kardiologe dazu meint.

Zitat von Ratloser im Beitrag #5
Aktuell gefällt uns deshalb deine Birnen-Lösung (Concerta, Kinecteen) auf Anhieb.

Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass außer Concerta und Equasym retard auch Kinecteen und MPH Neuraxpharm zu den Birnen gehören. Diese beiden Medis gab es noch nicht, als das Kartoffelmüsli 2010 entstanden ist.

Zitat von Ratloser im Beitrag #5
Das Elterntraining kannte ich bisher nicht.

Schau mal hier: Menschen mit ADHS. Die Termine darf man in Corona-Zeiten anzweifeln, ein Anruf bringt Sicherheit.

Zitat von Ratloser im Beitrag #5
Gibts hier, außer die Horrorgeschichten, die man über Ritalin hört, dazu Erfahrungswerte?

Es gibt hier keine Horrorgeschichten über Ritalin. Das überlassen wir der Sensationspresse, den ADHS-Leugnern und den "Nachbabblern". Kleiner Tipp am Rande: Wenn irgendwo Ritalin steht, wo Methylphenidat stehen sollte ... das ist in der Regel bloß Geschwurbel.

Lesen gefährdet die Dummheit

Ratloser Offline



Beiträge: 10

25.10.2020 09:43
#7 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Bitte beschreibe diese Nebenwirkungen

Heftiger Rebound: Mit Abklingen der Wirkung wurde er sehr aggressiv, sogar die ihn verwöhnende Oma wurde geschlagen und getreten.
Mit meiner Frau hat er täglich aber den 3. Weltkrieg geprobt. Sie musste schon mal die eskalierende Situation verlassen, hat sich eingesperrt und dann hat die Tür entsprechend gelitten.
War nicht sehr schön. Meisten klang das Medikament schon ab, als ich noch auf der Arbeit war, so dass meine Frau alleine mit ihm und seiner kleinen Schwester war.
Die kam aber unangetastet davon. Ist heute, einfach weil sie die kleine Schwester ist ("normal"), schon mal anders

Er hat Tics entwickelt:
1 Einen "Räuspertick": Er hat sich "den ganzen Tag ununterbrochen" geräuspert. Störte natürlich extrem im Unterricht.
2 Er hat auch mit einer "rhythmischen" Kopfbewegung das Kinn wiederholt zur Brust geführt. Sah halt aus... ...wie man es sich vorstellt!

Die Tics verschwanden nach Absetzen von Medikinet.

Später unter Elvanse kam "Touching". Wenn er mit der linken Hand einen Gegenstand (Tisch, Stuhl) berührte, musste (zwanghaft / aus einem Reflex heraus) die rechte Hand dies ebenfalls tun.
Das war nicht sonderlich schlimm, machte er ja quasi im Vorbeigehen. Ist mir auch erst aufgefallen, als meine Frau mich darauf hinwies.

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Grundsätzliches zu MPH-Medkamenten

Das stimmt mich halt traurig. GRUNDSSÄTZLICHES muss ich mir in Internetforen (das soll keine schlechte Wertung für EUER FORUM sein) sagen lassen.

Alleine der Leidensweg unseres kleinen Mannes treibt mir die Tränen in die Augen!

Wenn ich dann... Mais mit Apfel, die Vitamine sind erste Wahl, leider verträgt er die enthaltene Säure nicht, dann können wir weder Feldfrüchte noch Obst verwenden.
...hier nach 3 Jahren lese: vielleicht hätte er nur ne Birne essen sollen!

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Liegen denn weitere Diagnosen vor

Weiter Diagnosen? Jein... er hat halt "nie" vor Mitternacht geschlafen, wenn er dann "täglich" um 06:30 Uhr aufstehen muss... Es sollte ihn generell "etwas runterbringen" und beim Einschlafen helfen.

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Hin und wieder muss ich mich auch anderen Verpflichtungen zuwenden

Dein gutes Recht. VIELEN DANK für deine tolle Arbeit hier im Forum.

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Für ein EKG ohne MPH brauchst du das Medi nur für einen Tag aussetzen

Da er ja schon seit 3 Jahren kein MPH mehr einnimmt und auch das erste EKG noch unter Einfluss von Strattera gemacht wurde.
Ich glaube, wir haben keins mit MPH. Das wäre dann die Aufgabe, weil

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Der Kardiologe sollte in die Medikation (zumindest in die mit MPH) mit einbezogen werden.

werden wir auf jeden Fall tun.

Zitat von SusanneG im Beitrag #6
Ist der Blutdruck von vor der Medikation bekannt?

Blutdruck ist, auch unter Intuniv, normal.

Ratloser Offline



Beiträge: 10

25.10.2020 12:13
#8 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von SusanneG im Beitrag #3
Bitte immer nur einen Parameter ändern!

Intuniv nimmt er jetzt schon, verträgt es gut und die Einschlafsituation ist dadurch normal geworden.
Leider hilft es nicht für die Konzentration.

Unsere Gedanken gingen deshalb für den Schulwechsel zu einer Kombination mit MPH.
Freunde von uns haben die Kombi (Medikinet und Intuniv) und fahren gut damit.

Wie geschildert tut sich unser Arzt schwer mit Kombimedikation bzw. wahrscheinlich wegen der Extrasystolen (nur) mit MPH.
Die Extrasystolen bestehen halt auch ohne die Zugabe von MPH.

Da waren sie wieder, meine drei Probleme... der Arzt ist in unserer Situation gegen MPH, wollte aber bis zum nächsten Termin noch "lesen".

Ich sehe große Probleme in der weiterführenden Schule auf uns zukommen. Der Stoff und die Hausaufgaben werden zu einem Nicht-zu-schaffenden-Pensum für den Kleinen!

Wie ich dich verstanden haben würdest du MPH nicht ausschließen.

Wie würdest du vorgehen wollen?
Intuniv absetzen, dafür ein Birnenprodukt oder Kombination von Birne und Intuniv?
Natürlich unter ärztlicher Führung und Beistand vom Kardiologen!

SusanneG Offline



Beiträge: 9.394

25.10.2020 19:53
#9 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Heftiger Rebound: Mit Abklingen der Wirkung wurde er sehr aggressiv, sogar die ihn verwöhnende Oma wurde geschlagen und getreten.
Mit meiner Frau hat er täglich aber den 3. Weltkrieg geprobt. Sie musste schon mal die eskalierende Situation verlassen, hat sich eingesperrt und dann hat die Tür entsprechend gelitten.

Hmmm ... grübel ... Manchmal muss man sich auch ums Wording kümmern ... Jetzt nimm mal einen Tag ohne MPH, ohne jegliches ADHS-Medi, aber mit den gleichen Anforderungen (schulisch, reizüberflutet, aktiv (inwiefern auch immer) und irgendwann müde, erschöpft, und überlege dir, ob er dann nach acht Stunden nach kognitivem und körperlichem Auspowern, auch so war. Man vergisst das nämlich gerne, wenn die Tage wenigstens ein bisschen friedlicher verlaufen.

Rebound bedeutet nicht, dass nach dem Ende der Medi-Wirkung die üblichen ADHS-Symptome in der Stärke wieder auftauchen, wie sie um diese Zeit auch ohne Medikation wieder da wären. DAS ist schlicht das Aus der Medi-Wirkung.

Rebound bedeutet, dass am Ende der Medi-Wirkung die üblichen ADHS-Symptome in deutlich verstärkter Form (im Vergleich zu ohne Medikation) wieder auftreten.

Ganz ehrlich jetzt - Mama empfindet das wahrscheinlich deutlicher als Papa - ist das nun deutlich ein Rebound oder ist bloß die Wirkung alle und die ADHS hat wieder Oberwasser?

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Meisten klang das Medikament schon ab, als ich noch auf der Arbeit war, ...

Jo, das ist zu erwarten. Irgendwann am Nachmittag gegen Abend isses halt alle.

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Er hat Tics entwickelt: 1 Einen "Räuspertick": Er hat sich "den ganzen Tag ununterbrochen" geräuspert. Störte natürlich extrem im Unterricht.2 Er hat auch mit einer "rhythmischen" Kopfbewegung das Kinn wiederholt zur Brust geführt. Sah halt aus... ...wie man es sich vorstellt!Die Tics verschwanden nach Absetzen von Medikinet.

Beim Auftreten der ersten Tics hätte man auf eine der inzwischen vier "Birnen" umsteigen müssen. Bereits jetzt den Wirkstoff zu wechseln war übereilt.

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Wenn er mit der linken Hand einen Gegenstand (Tisch, Stuhl) berührte, musste (zwanghaft / aus einem Reflex heraus) die rechte Hand dies ebenfalls tun.

Zwanghaft? Zwang? Ohne Angst kein Zwang - was läuft da in der Schule schief?

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Das war nicht sonderlich schlimm, machte er ja quasi im Vorbeigehen.

Sehe ich anders. Gewiss, die anderen stört es nicht, ist deshalb "nicht sonderlich schlimm". Zwanghaftes Verhalten hat einen Grund und der ist in der Regel nicht so besonders schön fürs Kind. Hat schon mal jemand an eine Autismus Spektrum-Störung (ASS) gedacht?

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Das stimmt mich halt traurig. GRUNDSSÄTZLICHES muss ich mir in Internetforen (das soll keine schlechte Wertung für EUER FORUM sein) sagen lassen.

Lass es mich mal so sagen: GRUNDSÄTZLICHES musst du dir von der Selbsthilfe sagen lassen. Ich würde euch jetzt gerne in die nächste Selbsthilfegruppe schicken, was aber gerade coronabedingt keine so gute Idee ist.

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Alleine der Leidensweg unseres kleinen Mannes treibt mir die Tränen in die Augen!

Der Leidensweg jedes einzelnen ADHS-Kindes treibt mir die Tränen in die Augen - bei den Erwachsenen sieht es keinen Deut besser aus. Dieses Forum, andere Selbsthilfeforen, zwei ADHS-Selbsthilfe-Gruppen in Facebook und zwölf Jahre Leitung einer regionalen Selbsthilfegruppe - es wird dich nicht trösten, aber ihr seid da nicht allein.

Manchmal denke ich darüber nach, wie entspannt das alles noch vor 25 Jahren war. Es gab kaum Ärzte, die sich auskannten, die Wartelisten waren ellenlang. Aber damals ließen die Ärzte, die sich nicht auskannten, die Finger von der ADHS-Behandlung.

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Wenn ich dann... Mais mit Apfel, die Vitamine sind erste Wahl, leider verträgt er die enthaltene Säure nicht, dann können wir weder Feldfrüchte noch Obst verwenden.
...hier nach 3 Jahren lese: vielleicht hätte er nur ne Birne essen sollen!

DANKE für diesen Satz ! Besser kann man unseren Job hier im Forum nicht beschreiben.

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
... vielleicht hätte er nur ne Birne essen sollen!

Und ja, das wäre zumindest ein Erfolg versprechender Schritt in die richtige Richtung gewesen. Wir werden es ja sehen ...

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
Weiter Diagnosen? Jein...

Oppositionelle Störung des Sozialverhaltens, Depression, Angst- und Zwangsstörung, Tic-Störung u.a., sowas meine ich. Eben eine weitere Diagnose, die ein Neuroleptikum rechtfertigt.

Zitat von Ratloser im Beitrag #7
... er hat halt "nie" vor Mitternacht geschlafen, ...

Das ist keine Nebenwirkung der Medikation, sondern eine "Nebenwirkung" der ADHS - eines der vielen Symptome.

Zitat von Ratloser im Beitrag #5
Angefangen haben wir mit 5mg Medikinet und 10mg Medikinet retard. Einnahme beide morgens.

Wurde diese Dosis irgendwann erhöht? Oder wurde gleich der Wirkstoff gewechselt? Und ... hatte er ein Frühstück im Magen, wenn er das Medi nahm? Und woraus bestand dieses Frühstück?

Äh, Moooment ! "Einnahme beide morgens". Muss ich das verstehen? "Starthilfe" durch sofort freisetzendes MPH kann man bei den "Birnen" geben, weil da die initial freigesetzte Dosis möglicherweise nicht für den Unterrichtsstart ausreicht. Starter bei 50:50 freisetzenden Medis? Das könnte rauskommen, wenn man bei einem Medi, das so zu wenig und anders zu viel ist, die Feinjustierung vornimmt. Aber auch dann würde man nicht die erste Freisetzung verdoppeln. War das echt von Anfang an bei Medikinet retard so? Ich bin erstaunt .

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
Da waren sie wieder, meine drei Probleme...

Good things come in threes - problems, too. Behalte diese Trias mal im Hinterkopf. Mit mehr als drei Problemen gleichzeitig solltest du dich nicht auseinandersetzen. Ist ein Problem gelöst, kannst du ein weiteres aufgreifen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
... der Arzt ist in unserer Situation gegen MPH, wollte aber bis zum nächsten Termin noch "lesen".

Definiere Arzt. Kinderarazt, Kinder- und Jugend-Psychiater, Kardiologe? "Gegen MPH" darf, wenn überhaupt, der Kardiologe sein. Die anderen beiden dürfen durchaus eine Meinung haben, sie sollten sich aber unbedingt auch mit euren Argumenten auseinandersetzen.

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
Ich sehe große Probleme in der weiterführenden Schule auf uns zukommen.

Steigere dich da mal nicht rein. Et kütt, wie et kütt . Befasse dich mit diesem Problem bitte erst, wenn du es hast.

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
Wie ich dich verstanden haben würdest du MPH nicht ausschließen.

Nein. Nicht bevor alle MPH-Medis als untauglich verworfen wurden. Es sei denn ... siehe oben ... Kardiologe.

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
Wie würdest du vorgehen wollen?

Na, wenn du mich so fragst ... ich würde mit dem Arzt aushandeln, dass Intuniv vorläufig mal abgesetzt wird (nicht ungeeignet, aber kaum Wirkung auf Konzentration) und stattdessen mit Kinecteen oder Concerta mit 18 mg und ohne Starter begonnen wird. Wenn die Wirkung zu gering ist, auf 36 mg erhöhen. Wenn das so einigermaßen passt, nicht mehr dran rumfummeln.

Wenn er wieder Probleme mit dem Einschlafen bekommt, würde ich eine Mini-Dosis Intuniv dazu nehmen. Wenn das nix bringt, würde ich zur (theoretischen) Schlafenszeit eine Miniportion sofort freisetzendes Medikinet geben (5 mg Medikinet IR halbieren - gerne erst mal vierteln, vielleicht reicht das ja schon. Weshalb? Wenn der Bienenschwarm im Kopf Ruhe gibt, kann man auch einschlafen.

Allerdings ... auch über diese Problematik sollten wir erst reden, wenn ihr sie habt. Frag den Arzt, ob er erst mal 18 mg, später 36 mg Kinecteen oder Concerta verordnet. Und dann schaun mer mal, wie das so mit den Birnen klappt .

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
Kombination von Birne und Intuniv?

Siehe oben ... japp, aber erst, wenn die Birne alleine nicht funktioniert.

Zitat von Ratloser im Beitrag #8
Natürlich unter ärztlicher Führung und Beistand vom Kardiologen!

Danke dass du es erwähnst. Ich vergesse es oft, dazu zu schreiben, weil es auf legalem Weg keine ADHS-Medis ohne ärztliche Verordnung gibt. Dass man das erst mal mit dem Arzt bespricht und er das nur dann verordnet, wenn er es für sinnvoll hält, setze ich immer voraus. Trotzdem klopft mir immer mal wieder jemand auf die Finger, denn: Ich bin kein Arzt.

Wir lesen uns ...

Lesen gefährdet die Dummheit

Ratloser Offline



Beiträge: 10

25.10.2020 21:55
#10 RE: Am Ende der Medikamentenreihe Antworten

Zitat
Man vergisst das nämlich gerne, wenn die Tage wenigstens ein bisschen friedlicher verlaufen.


Unser Kleiner ist gewiss kein Kind von Traurigkeit, aber in der Zeit war die Aggressivität 10-fach gesteigert. Er hatte sich nicht mehr unter Kontrolle.
Normal schlägt er, abgesehen hin und wieder von der kleinen Schwester niemanden, schon gar keine Erwachsenen.

Die Gewaltbereitschaft hat alles überspielt. Ich weiß von den Anfängen nur noch zwei Sachen. Er hat morgens erstmalig gut in der Schule mitgemacht und mittags „Rockstar im Hotelzimmer gespielt“.
Man durfte ihm nicht in die Quere kommen. Ob die ADHS Symptomatik stärker war? Ich glaube nicht. Er ist noch später eingeschlafen.

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Bereits jetzt den Wirkstoff zu wechseln war übereilt.
 


So schlimm wie es ist. Das hört sich gut an, wir sind wieder hoffnungsvoll.

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was läuft da in der Schule schief? 
 


Er hat natürlich seine Probleme in der Schule, ich denke aber das passt bzw. hat auch damals gepasst. Der von mir formulierte Zwang war mit Absetzen von Elvanse auch nach kurzer Zeit wieder weg.
Er ist sozial gut integriert, hat einige Freunde und ist im Sport unterwegs. Wobei ich ihm (nur) im Sport das H aberkennen muss.

Wir haben sehr vieles im Vorfeld abgecheckt, Audiopäd, Schilddrüse und haben auch an Asperger gedacht. Hier alles im Lot.

Weitere Diagnosen?
Ja. Oppositionelle Störung des Sozialverhaltens. Ob die alleine ein Neuroleptikum rechtfertigt weiß ich leider nicht.
Das Medikament wurde auf unser Ansprechen der Einschlafproblematik verordnet.

Zitat
Das ist keine Nebenwirkung der Medikation, sondern eine "Nebenwirkung" der ADHS - eines der vielen Symptome.


Ohne Medis hat er „schon“ zwischen 22:00 und 23:00 Uhr geschlafen.
Vielleicht war er nach Abklingen der Wirkung noch aufgewühlter.

Zitat
Wurde diese Dosis irgendwann erhöht?


Nein. Mit Eintreten der Tics sofort abgesetzt.

Er nimmt seine Tabletten immer nach dem Frühstück. Er isst Joghurt und trink Milch.
Hin und wieder Joghurt mit Banane. Ich hoffe du schreibst jetzt nicht, dass Milchprodukte die Wirkung aufheben.
Er isst nämlich nur ein stark eingeschränktes Feld an Nahrungsmitteln. Mit neuen Sachen ist ihm auch nur schwer beizukommen.
Ein Brot gibts dann später in der großen Pause.

Zitat
"Einnahme beide morgens"


Leider ja. So wurde es uns gesagt, so steht es auf dem Rezept, so haben wir es verabreicht.

Zitat
Definiere Arzt


Prof. Dr.
Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
Facharzt für Kinderheilkunde

gilt in unserer Region als Koryphäe, wobei die ersten Medikamente so von einem SPZ verordnet wurden.

Zitat
Na, wenn du mich so fragst


Das klingt nach einem guten Plan. Auch wenn er nicht von einem Arzt kommt, werden wir den so umsetzen (wollen).

Vielen Dank!

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