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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 164 mal aufgerufen
 Diagnostik, Therapie, Medikation
FlashDude Offline



Beiträge: 3

24.12.2020 16:26
Wirkung von Dexamfetamin / Lisdexamfetamin Antworten

Hallo zusammen,

bin der Neue und komme jetzt öfter (ba dumm tss!).

Ich bin 46 Jahre alt und schon seit knapp fünfzehn Jahren ADHS diagnostiziert, hatte aber auch in der Grundschule schon die Diagnose MCD.

Bin also schon ziemlich therapieerfahren. Jetzt ist es so, dass sich das Methylphenidat nie so gut mit meiner bipolaren Störung vertragen hat. So ganz ohne Medikament geht es aber auch nicht.

Ich habe häufiger davon gehört, dass Lisdexamfetamin und Dexamfetamin von vielen Leuten besser vertragen wird als MPH. Mir sind die Unterschiede zwischen Lisdexamfetamin und Dexamfetamin in der Theorie zwar klar, jedoch würde es mich interessieren wie es in der Praxis so wirkt.

Ich bräuchte vermutlich ein Medikament dessen Wirkung etwas milder einsetzt und bei dem der Rebound nicht so stark ist. Hat vielleicht schonmal jemand beide Wirkstoffe ausprobiert? Also Lisdexamfetamin und Dexamfetamin? Und falls ja: Wie "gefühlt" unterschiedlich ist da die Wirkung? Theoretisch müsste das Lisdexamphetamin doch langsamer abgegeben werden und dadurch gefühlt milder sein oder irre ich mich da?

Viele Grüße

SusanneG Offline



Beiträge: 9.449

24.12.2020 21:21
#2 RE: Wirkung von Dexamfetamin / Lisdexamfetamin Antworten

Sei willkommen FlashDude!

Interessante Frage, will ich unbedingt darauf antworten - in ein paar Tagen. Wir haben alle Familie und Heiligabend gehört den Kindern. Antwort kommt, sei versichert.

Ein frohes Weihnachtsfest wünscht dir
Susanne

Lesen gefährdet die Dummheit

FlashDude Offline



Beiträge: 3

24.12.2020 23:54
#3 RE: Wirkung von Dexamfetamin / Lisdexamfetamin Antworten

Vielen Dank, SusanneG!

Bei uns ist's Weihnachten immer relativ ruhig. Da hab ich mal Zeit zum Tippen.

Dir auch ein Frohes Fest!

SusanneG Offline



Beiträge: 9.449

29.12.2020 23:06
#4 RE: Wirkung von Dexamfetamin / Lisdexamfetamin Antworten

So, erster Versuch ...

Zitat von FlashDude im Beitrag #1
Jetzt ist es so, dass sich das Methylphenidat nie so gut mit meiner bipolaren Störung vertragen hat.

Wie meinst du das? Welche Medis nimmst du wegen der bipolaren Störung? Wie hast du festgestellt, dass sich MPH nicht mit der bipolaren Störung verträgt? Welche MPH-Medis (bitte GENAUE Bezeichnung) hast du bisher in welcher Dosierung genommen?

Zitat von FlashDude im Beitrag #1
[LDX] ... von vielen Leuten besser vertragen wird als MPH.

Hmmm ... Das mit dem "besser vertragen" hinterfrage ich grundsätzlich (siehe oben). Jedes ADHS-Medi wirkt bei jedem ADHS-Betroffenen anders. Eben deshalb ist es ja mitunter so aufwändig, das richtige Medi in der richtigen Dosierung zu finden. Was also "von vielen Leuten besser vertragen wird", ist hier irrelevant. Beispiel? Das, was von vielen Leuten besser vertragen wird, funktioniert bei mir sowas von gar nicht. Bei uns ist die Medikation immer individuell.

Das gilt auch für den Vergleich der Wirkstoffe miteinander. Die einen sagen so die anderen sagen so. Pauschale Aussagen dazu wirst du hier nicht bekommen. MPH ist bei ADHS der Wirkstoff der ersten Wahl. MPH wird in mindestens zehn verschiedenen Darreichungsformen angeboten und oft liegt das Problem bei den Zusatzstoffen. Ich finde es daher wichtig, es zunächst mal mit anderen Darreichungsformen zu versuchen, bevor man sich für einen MPH-Non-Responder hält. Weshalb? Weil man sich sonst durch die verschiedenen Wirkstoffe durcharbeitet und immer noch nicht weiß, dass MPH mit einer anderen Galenik zum Ziel führen würde - denn MPH wurde ja gleich am Anfang verworfen.

Zitat von FlashDude im Beitrag #1
Ich bräuchte vermutlich ein Medikament dessen Wirkung etwas milder einsetzt und bei dem der Rebound nicht so stark ist.
Bei den MPH-Medis wäre das Concerta, Kinecteen, MPH Neuraxpharm und eventuell auch Equasym retard. Hast du irgendetwas davon schon mal versucht?

Zitat von FlashDude im Beitrag #1
Also Lisdexamfetamin und Dexamfetamin?

Dexamphetamin ist der Wirkstoff in Attentin und ist da nicht retardiert. Da hast du also auch das Ein und Aus, das du vermeiden möchtest.

Lisdexamphetamin wird in Elvanse retardiert angeboten. Von der Bioverfügbarkeit ist es so, wie du es oben beschreibst: Die Wirkung setzt milder ein und der Rebound ist nicht so stark. Jedenfalls bei den meisten ...

Es gibt Studien aus den USA (nein, Quellen hab ich keine, googeln musste schon selbst), nach denen Elvanse von Erwachsenen mit ADHS besser vertragen würde als MPH; bei den Kindern sei es umgekehrt. Das mag für viele Erwachsene gelten, aber nicht grundsätzlich für alle.

Einmal von MPH weg und auf einen anderen Wirkstoff umgestiegen bleibt dir nach Elvanse noch Attentin, Intuniv (Wirkstoff Guanfacin) und Strattera (Wirkstoff Atomoxetin). Und jetzt unke ich mal ... kaum ist ein Jahr vorbei, landest du wieder beim MPH .

Zitat von FlashDude im Beitrag #1
und dadurch gefühlt milder sein

Also ... "milder" erreichst du grundsätzlich durch eine Reduzierung der Dosis. Ich vermute mal, du meinst damit den Peak am Anfang und den plötzlichen Wirkungsabfall am Ende.

Zitat von FlashDude im Beitrag #3
Bei uns ist's Weihnachten immer relativ ruhig.

Wie machst du das? Bei mir ist immer Chaos - selbst in diesem Jahr, ganz ohne Besuch.

Lesen gefährdet die Dummheit

FlashDude Offline



Beiträge: 3

30.12.2020 02:30
#5 RE: Wirkung von Dexamfetamin / Lisdexamfetamin Antworten

Vielen Dank für Deine Antwort!

Ich versuche mal mein gedankliches Chaos etwas aufzudröseln.

Also im Grunde ging es mir im eigentlichen nur um die Erfahrungswerte der Leute, die beide Medikamente schon mal genommen haben.

Evtl. werde ich ja einige Medikamente durchprobieren müssen bis das richtige gefunden ist. Und da wäre es halt recht hilfreich mit etwas anzufangen, von dem man weiß, dass da andere Leute bereits gute Erfahrungen mit gemacht haben. Klar, das ist natürlich eine eher individuelle Angelegenheit, da jeder Mensch halt anders reagiert. Aber erfahrungsgemäß gibt es ja doch schon immer so eine gewisse Tendenz anhand derer man sich ein wenig orientieren kann. Wenn jetzt z. B. die Mehrheit der Leute sagen würde "Um Gottes Willen, lass bloß die Finger vom Dexamfetamin!" wäre das nächste Medikament, das ich meinem Arzt vorschlagen würde (-er ist für meine Vorschläge immer sehr offen) sicher ein anderes.

Wie gesagt, bin ich recht therapieerfahren, habe schon so einiges durch und bin auch mit vielen Medikamenten gut vertraut. Nur halt nicht mit Amfetaminen, da dass vor 10 Jahren für meine damalige Psychiaterin absolutes Teufelszeug war. Damals wurde das aber allgemein nur selten verschrieben. War aber auch mit dem Methylphenidat manchmal ein ganz schönes Gedöns mit Off-Label-Use und BTM-Rezept usw. Ich glaube da hat sich aber einiges getan. Ich werde in der Apotheke zumindest nicht mehr behandelt wie so'n Crackdealer wenn ich das BTM-Rezept abgebe.

Ich starte jetzt nach ziemlich langer Zeit nen neuen Versuch mit ADHS-Medikamenten, weil ich zur Zeit (-bin gerade in einer Umschulung) wieder merke wie schwierig es mir fällt bei der Sache zu bleiben. Hatte vorher einen megastupiden Job. Da ging das noch.

Das mit dem retadierten Lisdexamfetamin hört sich auf jeden Fall schon mal gut an. Weniger Rebound, aber trotzdem Wirkung wäre so meine Wunschvorstellung (hey, man wird ja wohl noch träumen dürfen!). "Mild" hatte ich geschrieben, weil geringe Dosen MPH bei mir bisher nie gewirkt haben und schon bei geringfügig höheren Dosen Probleme auftraten (u. a. leichte Manien mit Wahrnehmungsstörungen, sowie Kreislauf- und Atemprobleme).

Gegen Füll- und Zusatzstoffe scheint mein Körper immun zu sein. Ich meine bei Aspirin einen leichten Unterschied zwischen dem Original und den Generika zu merken. Aber bei unretadiertem Methylphenidat war es bei mir immer gleich, egal welches ich genommen habe. Nehme jetzt seit einiger Zeit Medikinet Adult (also zum ersten mal retadiert) und habe so das Gefühl, dass das auch wieder nix wird, da ich schon wieder die alten Probleme bekomme. Mit etwas Glück braucht mein System aber auch nur noch ein wenig Zeit um sich darauf einzustellen.

Das mit Weihnachten war etwas falsch formuliert von mir. Meine Frau hat zur Weihnachtszeit beruflich immer recht viel um die Ohren und Kinder haben wir keine. Also ist bei mir dann entsprechend wenig los. Aber ich bin eh nicht so der "Weihnachtstyp".

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