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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 566 mal aufgerufen
 Kinder mit ADHS - Selbsthilfe für Eltern
Seiten 1 | 2
RomD Offline



Beiträge: 3

24.11.2020 09:26
Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Hallo Forum,

als Warnung für andere haben wir mal unsere unglaublichen Erfahrungen mit Schulen notiert.

Wir haben uns im ADHS Forum angemeldet, da unser Sohn vor sechs Jahren durch eine schwere Schlafapnoe Symptome entwickelt hat, die exakt einem milden ADHS entsprechen. Die Symptome sind so ähnlich, das manche Ärzte schätzen, das bis zu 30% der ADHS - Fälle eigentlich unerkannte Apnoen sind. Er war damals ein überdurchschnittlich fröhliches und seelisch sehr robustes Kind. Trotz seinem zartem Körperbau war er echt taff!

Die erste Grundschule kam mit seiner Art angeblich super zurecht, und lies uns wegen Datenschutz ein Dokument unterschreiben, das mal jemand in den Unterricht rein sitzt und der Lehrerin Tipps gibt, wie sie mit etwas aktiveren Kindern besser umgehen kann.
Derjenige, der dann im Unterricht hätte sitzen sollte, wollte sich auch mit uns bei uns Zuhause unterhalten und uns Tipps geben. Dort warb er zu unserer Verblüffung die ganze Zeit für seine Sonderschule. Später stellte sich raus, dass wir damals unwissentlich eine Unterschrift auf eine Überweisung zur Sonderschule gesetzt haben. In dem Antrag steht, das unser Sohn extrem gewalttätig wäre. Das angeblich von unserem Sohn so übel zugerichtete Kind ist ein in der Schule gefürchteter Gewalttäter, 4-6 Jahre älter und sehr muskulös. Unser Sohn ist stark untergewichtig und sehr fein gebaut.
Der Typ von der Sonderschule brachte uns im Zusammenhang mit dem Hausbesuch mit Drogen in Verbindung!!!!!
Wir wehrten uns, daraufhin bekam unser Sohn ein enges Korsett aus Strafen wegen Unruhe, was zu einem Teufelskreis aus immer strengeren Strafen und immer mehr Unruhe führte.

Er bekam eine OP, seine Apnoe war zu 70% weg, von Heute auf Morgen waren auch seine Symptome zu 70% weg.

Die andere Grundschule begann mit einer so üblen Lüge des Schulleiters, dass es nur deshalb nicht zu einem heftigen Ehestreit gekommen ist, weil wir Eltern uns gegenseitig zu 100% vertrauen.

Unser Sohn wurde von der Grundschullehrerin perfekt behandelt. Im ersten Elterngespräch war alles super, man kam mit seiner unruhigen Art problemlos zurecht. Wir begannen entspannt auf zu atmen. Nach drei Monaten wurde starkes Fehlverhalten gemeldet. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach wir ihn für Fehlverhalten oder Fortschritte zu Hause belohnen oder bestrafen sollen. Je größer das Fehlverhalten, umso schlimmer sollte die Strafe sein. Es gab nur Fehlverhalten zu bestrafen. Sein Fehlverhalten wurde angeblicher immer schlimmer. Es gab Unstimmigkeiten – wir stiegen heimlich aus dem System aus, sicherten unserem Sohn Straffreiheit zu aber er musste minuziös alles erzählen. Es stellte sich raus, das die Lehrerin alle Register zog, um unser Kind zu schaden. Alle Kinder bekamen Arbeitsmaterial nur er bekam Fernsehzeitschriften.
An der Schule gab es überproportional viele Schläger. Schulschläger wurden auf ihn angesetzt: Bei den dann von anderen Kindern gemeldeten „Konflikten“ mussten beide zum Lehrer. Dort hatte er – wie den ganzen Tag – absolutes Redeverbot, die Schläger konnte ihre Version der Sache ausspinnen und spürten, das sie freie Fahrt hatten. Seine Freunde schützten ihn vor den Schlägern, er konnte sich körperlich nicht wehren und durfte sich nicht wehren – da er angeblich extrem gewalttätig wäre, drohte ihm Schulverweis.
Seine angeblichen Taten wurden immer fürchterlicher, bis wir in einer Runde von vielen Lehrern und der Schulsozialarbeiterin massivst gedrängt wurden ihn auf die Sonderschule zu bringen. Das wurde auch vor uns Eltern in der Schule im Besein anderer Schüler ausgesprochen. Die Schule weigerte sich, ihn zu unterrichten. Die Arztpraxis, die festgestellt hat, das er kein ADHS hat, verschrieb uns Medikinet=Ritalin um ihn aus der Situation zu holen – wir machten mit der Schule einen Deal:

Weiterbeschulung gegen Medikinet.

Wir konnten praktisch nachweisen, das die Lehrerin über unseren Sohn mit einem Trick Unterlagen an sich begracht und vermutlich vernichtet hat. So hatten wir ein gewisses Druckmittel gegen die Lehrerin. Wir konnten trotzdem auch mit Anwalt nicht verhindern, das er die restliche Grundschulzeit ein Jahr lang hinten im Eck, hinter einem Schrank, mit dem Rücken zur Tafel und dem Kopf zur Wand am Unterricht teilnehmen musste. So viel Freiheit hat die Schule bei der Zuteilung der Sitzplätze und „pädagogischen“ Maßnamen. Schriftlich war er auf 1,4 mündlich etc. immer über 4.

Auf das Gymnasium, was er sich so wünschte kam er nur, weil wir mit Rechtsanwalt einen unglaublichen Rabatz gemacht haben. Aber durch eine (ihm im Unterricht angekündigte) inoffizielle Meldung an das hiesige private Gymnasium wurde er dort (wie ihm im Unterricht angekündigt) als einziger von allen hiesigen Schülern abgelehnt. Als private Schule dürfen die das ohne Angabe von Gründen.

Es begann leichte Angststörungen zu entwickeln.

Er musste also ohne Freunde auf ein weiter entferntes Gymnasium – war dort erst mal alleine. Ein aggressives Kind ärgerte dort alle Kinder, unser Sohn hatte noch keine Freunde und hat gelernt, sich nicht zu wehren – so schoss sich dieses auf unseren Sohn ein. Er schämte sich und sagte keinem etwas. Die Unruhe der Apnoe war bei uns Zuhause fast vollständig abgeklungen aber noch zu spüren – wir gingen in den regulären Elterngesprächen offen damit um. Es gab von der Schule Hinweise wegen Unruhe aber keine Klagen.

Zu Coronazeit bekam er eine schwere Depression mit extremen Angststörungen und leichten Suizidgedanken. Eine Psychologin konnte super helfen, in den Sommerferien war er wieder fast der alte. In der Schule nahm nach den Sommerferien das Mobbing durch inzwischen zwei Kinder massiv zu, er erzählte uns alles. Die Schule schritt beherzt ein, es gibt keine Mobbing probleme mehr.

Aber (durch das Mobbing?) ist er jetzt aus Sicht der Lehrer zum Problemfall geworden. Ein Mobber saß direkt hinter ihm und hat ihn im Unterricht heimlich die ganze Zeit geärgert. Er spricht mit Abstand am häufigsten ungefragt rein, ist sehr unruhig und angespannt. Das ärgert (verständlicherweise) die Lehrer fürchterlich. Wir wurden ohne Angaben von Gründen „nach einer Klassenkonferenz, wo es auch um unseren Sohn ging“ zu einem kurzfristigen Gespräch eingerufen. Die Vorfälle, wo Sohn (*Name rausgenommen- Andrea)gemobbt und geschlagen wurde, wurden alle so geschildert, das es zwar nicht gelogen war aber trotzdem das falsche Bild entstand.
Beispiel: Unser Sohn wehrt einen Schläger ab, indem er seinen Stuhl schützend vor sich hält.
Lehrer: „In den Konflikten und Schlägereien setzt er neuerdings auch schon Stühle ein.“
Es viel wieder wie früher auf, wenn wir etwas sagten, was zu seinem Nachteil interpretiert werden kann, dann wurde unglaublich viel geschrieben. Bei Dingen zu seinem Vorteil wurde kein Wort geschrieben. Der Klassenlehrer will, dass nur aus pädagogischen Gründen unser Sohn abgeholt wird, wenn er stört. Erst mit liebevollen Worten und schönen pädagogischen Erklärungen, als das nicht ging wurde gedroht z.B. mit Schulverweis.

Unser Sohn erzählt, das er an schlimmen Tagen 10x pro Stunde ungefragt etwas gesagt hat. Typisch wäre etwa 1x pro Stunde in den Hauptfächern und 5 x in den unruhigeren Nebenfächern. Er wäre der schlechteste in der Klasse, was reinreden angeht. Wir vertrauen unserem Sohn zu 100%. Nicht weil er unser Sohn ist, sondern wann immer es möglich war, seine Aussagen durch Unbeteiligte zu überprüfen, kam zuverlässig raus, dass er exakt die Wahrheit gesagt hat. Er hat einmal eine Strafarbeit wegen reinreden nach Hause gebracht - in vielen Fächern gilt: Wenn das vierte Mal reingeredet wurde, dann müssen alle Beteiligten eine Strafarbeit machen.

Der Anwalt sagt, er kennt den Trick mit dem Abholen schon. Das Abholen sei juristisch eine Ordnungsmaßname, die für schwere Taten reserviert sei. Gelegentliches Stören würde eine Ordnungsmaßname nicht rechtfertigen, erst wenn er nach Stunden durch nichts zu beruhigen wäre, käme so was in Frage. Die Lehrer könnten so bequem für ruhigen Unterricht sorgen, wenn sie ihn dann jedes Mal nach Hause schicken. Am Ende wären unzähligen Ordnungsaßnamen dann Basis für einen Schulverweis.

Der Klassenlehrer hat verärgert auf unsere Ablehnung reagiert, droht indirekt wieder mit Schulverweis, macht Andeutungen wegen Meldung an die Schulleiterin und übertreibt immer mehr. Er würde absolut pausenlos stören. (Er bekommt wieder Ritalin, ist ruhig gestellt um ihn aus der Schusslinie zu holen) Wir haben Angst, das hier in den Emails schriftliche Fakten geschaffen werden, widersprechen und sind jetzt so ungewollt im Konflikt mit dem Klassenlehrer.

Die Sache geht ihm so ran, dass wir ihn wegen Gefahr von Selbstverletzung zu Hause behalten haben. Auch wir Eltern können nach all den Jahren kaum noch. Es schmerzt so unglaublich, wie ein so fröhliches Kind in den Jahren so kaputt gemacht wurde.

Auch rechtlich konnten wir uns all die Jahre kaum wehren– die volljährigen Lehrer bezeugen sich gegenseitig und schaffen in der Schule auf dem Papier Fakten. Als Eltern steht man dann juristisch ohne Zeugen da und kann sich nur auf minderjährige Kinder berufen, die aber vor Gericht nicht zählen.

AndreaA Offline



Beiträge: 1.127

24.11.2020 10:19
#2 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Liebe/r RomD,

herzlich Willkommen hier im Forum. Ich habe den Namen deines Sohnes rausgenommen. Wir sind hier im öffentlichen Forum. Deshalb achten wir sehr stark darauf, dass nichts irgendwie mit den Usern in Verbindung gebracht werden kann. Weder von Fremden, noch Bekannten, Verwandten oder vllt später mal von deinem Sohn.

Alles andere später, wenn ich mehr Zeit habe

Viele Grüße
Andrea

SusanneG Online



Beiträge: 9.674

24.11.2020 17:52
#3 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Zitat von RomD im Beitrag #1
als Warnung für andere haben wir mal unsere unglaublichen Erfahrungen mit Schulen notiert.

Hallo RomD, ich begrüße dich in unserem Forum! Zuerst mal: Wir sind überzeugt davon, dass wir im Online-Bereich die Ansprüche an eine ADHS-Selbsthilfegruppe durchweg erfüllen können. Als solche versuche ich gerade, diesen ersten Satz von dir einzuordnen. Ist das ein "Auskotz-Thread", weil du dir das alles mal von der Seele schreiben möchtest? Ist es ein Erfahrungsbericht, zu dem wir mit unseren Erfahrung beitragen sollen? Oder ist es eine Warnung eines brandneuen Mitglieds an die anderen Mitglieder? Im letzteren Fall wären wir an Belegen interessiert.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Die Symptome sind so ähnlich, das manche Ärzte schätzen, das bis zu 30% der ADHS - Fälle eigentlich unerkannte Apnoen sind.

Dem ersten Halbsatz stimme ich zu - die Einzelsymptome überschneiden sich zum Teil. Der zweite Halbsatz könnte auch aus der Sensationspresse stammen - "all die bösen Diagnostiker stellen eine falsche Diagnose". Vergessen diese Diagnostiker alle, die Symptome einer Schlafapnoe abzufragen?

Zitat von RomD im Beitrag #1
Später stellte sich raus, dass wir damals unwissentlich eine Unterschrift auf eine Überweisung zur Sonderschule gesetzt haben.

Im Ernst? Seitens der Schule ist das arglistische Täuschung, seitens der Eltern Fahrlässigkeit, zumindest Unachtsamkeit. Ich lese vorher genau durch, was ich unterschreiben soll; insbesondere dann, wenn es um mein Kind geht.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Wir wehrten uns, daraufhin bekam unser Sohn ein enges Korsett aus Strafen wegen Unruhe, was zu einem Teufelskreis aus immer strengeren Strafen und immer mehr Unruhe führte.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Nach drei Monaten wurde starkes Fehlverhalten gemeldet. Es wurde eine Vereinbarung getroffen, wonach wir ihn für Fehlverhalten oder Fortschritte zu Hause belohnen oder bestrafen sollen. Je größer das Fehlverhalten, umso schlimmer sollte die Strafe sein.

Strafen MÜSSEN unmittelbar nach der Tat erfolgen (nicht erst daheim) und MÜSSEN in direktem Zusammenhang mit dem Delikt stehen, sonst ergibt die ganze Straferei keinerlei Sinn - mal ganz abgesehen davon, dass sie ohnehin zu nichts Gutem führen. Möglicherweise müssen Eltern das erst lernen, Pädagogen allerdings sollten das wissen. Habt ihr das allen Ernstes mitgemacht und mehr als einmal durchgezogen ? Ichfassesnicht!

Zitat von RomD im Beitrag #1
von Heute auf Morgen waren auch seine Symptome zu 70% weg.

Eigentlich logisch, wenn die Symptome von der Apnoe kommen und diese Apnoe größtenteils geheilt ist.

Zitat von RomD im Beitrag #1
wir stiegen heimlich aus dem System aus, sicherten unserem Sohn Straffreiheit zu

Ich wäre in dieses System gar nicht eingestiegen! Weshalb in aller Welt habt ihr euch darauf eingelassen?

Zitat von RomD im Beitrag #1
Alle Kinder bekamen Arbeitsmaterial nur er bekam Fernsehzeitschriften.

Das bringt mich zu der Frage, ob er zieldifferent beschult wurde. Wurde irgendein Sonderbedarf festgestellt? Wurde ein Nachteilsausgleich beantragt?

Zitat von RomD im Beitrag #1
Dort hatte er – wie den ganzen Tag – absolutes Redeverbot, ...

Was ein Quatsch! Habt ihr euch das gefallen lassen? Wieso hat eine Lehrkraft unwidersprochen so viel Macht über euer Kind?

Zitat von RomD im Beitrag #1
Seine angeblichen Taten wurden immer fürchterlicher, bis wir in einer Runde von vielen Lehrern und der Schulsozialarbeiterin massivst gedrängt wurden ihn auf die Sonderschule zu bringen. Das wurde auch vor uns Eltern in der Schule im Besein anderer Schüler ausgesprochen.

Wenn ihr da dabei wart, weshalb seid ihr nicht eingeschritten? Hat die Lehrkraft auch über euch Eltern ein Redeverbot verhängt?

Zitat von RomD im Beitrag #1
Die Arztpraxis, die festgestellt hat, das er kein ADHS hat, verschrieb uns Medikinet=Ritalin um ihn aus der Situation zu holen –

Das ist schlicht Medikamentenmissbrauch! Unverantwortlich, sowas! Und wieder mal Wasser auf die Mühlen derjenigen, die keine Chance ungenutzt lassen, um Eltern von ADHS-Kindern einen Schlag ins Gesicht zu versetzen. Danke dafür! Übrigens ... Medikinet ist nicht gleich Ritalin, da bestehen Unterschiede. Beides sind Produktnamen, von Medice und von Novartis. Was beide gemeinsam haben, ist der Wirkstoff Methylphenidat.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Wir konnten trotzdem auch mit Anwalt nicht verhindern, das er die restliche Grundschulzeit ein Jahr lang hinten im Eck, hinter einem Schrank, mit dem Rücken zur Tafel und dem Kopf zur Wand am Unterricht teilnehmen musste.

Das erinnert mich an den Sensationsbericht in einem Online-Magazin, dass in der Schule der Arbeitsplatz eines Jungen auf die Toilette verlegt wurde. Der Bericht wurde inzwischen als Fake enttarnt. Und dass ein Anwalt da nichts erreichen konnte, erstaunt mich - nach über zwanzig Jahren in einer Anwaltskanzlei. Gerade hier hätte er reichlich Ansatzpunkte für ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht gehabt.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Der Klassenlehrer will, dass nur aus pädagogischen Gründen unser Sohn abgeholt wird, wenn er stört. Erst mit liebevollen Worten und schönen pädagogischen Erklärungen, als das nicht ging wurde gedroht z.B. mit Schulverweis.

Spätestens beim dritten mal hätte ich mein Kind zuhause behalten und krankschreiben lassen. Willkür - nicht nur dem Kind gegenüber, auch gegenüber euch Eltern. Wer kann den heutzutage schon ständig zu Schulzeiten in die Schule fahren und sein Kind abholen? Ich stelle mir gerade vor, eine Krankenschwester würde das machen ...

Zitat von RomD im Beitrag #1
Der Klassenlehrer hat verärgert auf unsere Ablehnung reagiert, droht indirekt wieder mit Schulverweis, macht Andeutungen wegen Meldung an die Schulleiterin und übertreibt immer mehr.

Du willst mir jetzt aber nicht erzählen, dass die Schulleitung immer noch nicht eingeschaltet wurde!?

Zitat von RomD im Beitrag #1
(Er bekommt wieder Ritalin, ist ruhig gestellt um ihn aus der Schusslinie zu holen)

Weiter oben bekam er Medikinet, du widersprichst dir. Beide Medikamente sind Stimulanzien. Man kann ihnen vieles nachsagen, nur nicht, dass sie ruhigstellen. Sensationspresse lässt grüßen . Siehe oben: Schlag ins Gesicht.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Als Eltern steht man dann juristisch ohne Zeugen da

Hier ist das Verwaltungsgericht zuständig. Da braucht man keine Zeugen, sondern Fakten. Sollte euer Anwalt eigentlich wissen.

Eins noch ... wenn dein Sohn keine ADHS hat, ist ein ADHS-Selbsthilfeforum nicht der beste Ansprechpartner. Es gibt doch sicher auch Foren, die sich mit Apnoe beschäftigen.

Just my two cents ...

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RomD Offline



Beiträge: 3

24.11.2020 18:40
#4 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Sorry wegen der Verwechselung von Ritanin / Medikinet. Dachte immer, das eine wäre der Wirkstoff und das andere der Handelsname. Bin kein Mediziner.

Sicher, im Nachhinein würden wir vieles schlauer machen. Aber es war wirklich alles so – auch wenn es total verrückt klingt.

Ja wir haben die Lehrerin zu lange gewähren lassen aber man muss auch erst mal auf den Trichter kommen, dass das Kind die Wahrheit spricht und der Lehrer lügt. Es wurde ja auch immer alles abgestritten und wie kann man beweisen, das das eigene Kind Redeverbot hat?

„Später stellte sich raus, dass wir damals unwissentlich eine Unterschrift auf eine Überweisung zur Sonderschule gesetzt haben.“
Ja, das WAR arglistige Täuschung – nur nachweisen können wir das nicht. Und das Ding war so formuliert, das man als Laie nicht draus kam. Und wir haben nicht mit arglistiger Täuschung gerechnet, sondern der Schule vertraut! Eine Kopie haben wir übrigens nie bekommen - man macht sich ja keine Gedanken wegen einem vermeintlich unwichtigem Ding. Eingesetzt wurde das Dokument übrigens nie, aber eine Sozialarbeiterin hat uns darauf aufmerksam gemacht, was wir da unterschrieben hatten.

Und wir schwören, dass unser Sohn wirklich so hinter einem Schrank unterrichtet wurde. Wir haben den Platz öfters besucht. Mag sein, das unser Anwalt nicht der beste war, aber es war so. Wir waren auch so froh, das endlich die Lehrerin halbwegs ruhig war, das wir nicht vor Gericht gingen. Denn die nächste Grundschule wäre weit weg gewesen – und das war die erste mit ebenfalls schlechten Erfahrungen.

Aber das ist heute unser Problem! Wir können praktisch nichts beweisen und unsere Geschichte ist so verrückt, dass sie uns keiner glaubt.
Wenn uns jemand für Spinner hält, nehme ich das nicht übel - das kann ich auch verstehen. Wäre mir vor der Sache auch so gegangen.

AndreaA Offline



Beiträge: 1.127

24.11.2020 19:53
#5 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Hallo RomD,

ich bin da ganz bei Susanne. Warum wurde euch Methylphenidat verschrieben, wenn ihr keine Diagnose habt und Methylphenidat ist (wie Susanne schon schrieb) ein Stimulanz und stellt nicht ruhig! Mit diesen Vorurteilen haben ADHSler immer wieder zu kämpfen, wegen Leuten die sich nicht informieren und nur die Artikel der Sensationspresse nachplappern.

Wie kommst du denn darauf das ein Name der Wirkstoff ist und ein Name der Handelsname? Bei Ritalin steht nichts von Medikinet drauf und bei Medikinet nichts von Ritalin, aber auf beiden Packungen steht der Wirkstoff Methylphenidat! Dafür braucht man kein Mediziner sein.

Die Frage von Susanne stellt sich mir auch. Warum bist du in einem ADHS Selbsthilfeforum, wenn dein Kind kein ADHS hat sondern eine Schlafapnoe?

SusanneG Online



Beiträge: 9.674

24.11.2020 21:21
#6 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Zitat von RomD im Beitrag #4
Sicher, im Nachhinein würden wir vieles schlauer machen. Aber es war wirklich alles so – auch wenn es total verrückt klingt.

Verrückt? Nö, eher nach Fake. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Eltern ihr Kind mindestens fünf Jahre lang unwidersprochen der Willkür von drei Lehrkräften und zwei Schulleitungen aussetzen. Eine Dienstaufsichtsbeschwerde wäre das Mittel der Wahl gewesen. War der Elternbeirat informiert? Das Schulamt hätte euch geholfen. Das Jugendamt hätte euch bzw. eurem Kind geholfen. Man muss mir das schon plausibel erklären, weshalb ihr nie irgendwo Hilfe gesucht habt.

Zitat von RomD im Beitrag #4
Ja wir haben die Lehrerin zu lange gewähren lassen

Die Lehrerin? Siehe oben, drei Lehrkräfte und zwei Schulleitungen durften euer Kind ohne euer Einschreiten jahrelang quälen, mobben, demütigen, strafen, bedrohen ...

Zitat von RomD im Beitrag #4
und wie kann man beweisen, das das eigene Kind Redeverbot hat?

Indem man das Kind erst mal zuhause lässt und die Lehrkraft schriftlich auffordert, dieses Redeverbot aufzuheben, es künftig zu unterlassen, wieder ein solches Redeverbot auszusprechen und dir das künftige Unterlassen innerhalb von 14 Tagen schriftlich zu bestätigen. Ein Hinweis, dass du das Ausbleiben der Unterlassungsbestätigung als Schuldeingeständnis ansiehst und daraufhin weitere Schritte einleiten wirst, hilft da manchmal nach. Und das Ganze geht dann in Kopie an die Schulleitung, gerne auch ans Schulamt.

Zitat von RomD im Beitrag #1
..., dann wurde unglaublich viel geschrieben.

Ja, vermutlich wurde da viel geschrieben. Mir fehlt hier aber die Information darüber, ob und ggf. was ihr an die Schule geschrieben habt. Bei all den Vorkommnissen, die du da schilderst, müsste ein Ordner prall gefüllt sein.

Zitat von RomD im Beitrag #4
Eingesetzt wurde das Dokument übrigens nie, aber eine Sozialarbeiterin hat uns darauf aufmerksam gemacht, was wir da unterschrieben hatten.

Dann ist es ja gut. Am besten schließt du diese Angelegenheit für dich ab und schaust nach vorne. Dein Kind ist noch schulpflichtig, also hilf deinem Kind und lass die Vergangenheit an anderen Schulen ruhen.

Zitat von RomD im Beitrag #4
Aber das ist heute unser Problem! Wir können praktisch nichts beweisen und unsere Geschichte ist so verrückt, dass sie uns keiner glaubt.

Siehe oben: Alles, was frühere Schulen betrifft, ist Schnee von gestern. Das muss euch auch niemand glauben, denn das hilft deinem Kind kein Stück weiter.

Zitat von RomD im Beitrag #4
Wenn uns jemand für Spinner hält, ...

Spinner? Eher nicht. Nur verantwortungslos.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Es begann leichte Angststörungen zu entwickeln.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Die Sache geht ihm so ran, dass wir ihn wegen Gefahr von Selbstverletzung zu Hause behalten haben.

Die leichte Angststörung heißt vermutlich Posttraumatische Belastungsstörung und bedarf dringend der Behandlung durch Fachleute.

Zitat von RomD im Beitrag #1
Auch wir Eltern können nach all den Jahren kaum noch.

Das kann ich jetzt aber nicht so wirklich nachvollziehen. Ihr habt euer hilfloses Kind der Willkür von Lehrkräften überlassen, das kann euch ja nicht besonders angestrengt haben. Ich lese nirgendwo, was ihr als Eltern unternommen habt. Wer hier nicht mehr kann, ist euer Kind.

Soviel dazu.

Wenn zumindest die Hälfte dieser Schilderung stimmt, dann schaltet sofort zum Schutz eures Kindes das Schulamt und das Jugendamt ein, beantragt eine Befreiung von der Schulpflicht und meldet euer Kind bei der Webschule an. Findet einen kompetenten Therapeuten, der die PTBS behandelt. Findet einen Kinder- und Jugend-Psychiater, der nochmal eine Diagnostik durchführt. Findet einen Psychologen, der euch Eltern dabei hilft, euch für euer Kind einsetzen zu können. Gewöhnt euch bitte an, nicht zu telefonieren, nicht zu reden, sondern NUR schriftlich zu kommunizieren. Solltet ihr euer Kind weiterhin zur Schule schicken, dann führt bitte Buch über all diese Vorkommnisse.

Ach ja, noch was. Hört damit auf, nachzuplappern, was die Sensationspresse so schreibt. Und trennt euch von dem alternativen Kinderarzt.

Lesen gefährdet die Dummheit

RomD Offline



Beiträge: 3

25.11.2020 06:45
#7 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Also erst mal vielen Dank für die vielen Tips und die Einschätzungen!!!!!!!!!!!!

War der Elternbeirat informiert? Das Schulamt hätte euch geholfen. Das Jugendamt hätte euch bzw. eurem Kind geholfen. Man muss mir das schon plausibel erklären, weshalb ihr nie irgendwo Hilfe gesucht habt.

Versuch einer plausiblen Erklärung:
Wir haben vor Ort eine besondere Situation. Es gibt als weiterführende Schule nur eine Privatschule, die als extrem attraktiv gilt. Die hiesigen Kinder können mit einem kleinen finanziellen Zuschuss auf die überregional bekannte Privatschule, die schon fast den Ruf einer Eliteschule hat– das ist natürlich super. Es gibt wohl eine Art inoffizielle Abmachung, das die Privatschule den großteil der hiesigen Kinder aufnimmt.

Sie kann sich als Privatschule rechtlich gesehen trotzdem raussuchen, wen sie nimmt und wen nicht. Die zwei Grundschulen und die Privatschule sind sozial eng miteinander vernetzt. Es herrscht bei den Eltern große Angst, dass das eigene Kind abgelehnt werden könnte. Die nächsten weiterführenden Schulen sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln extrem schlecht zu erreichen.

Man sagt hinter vorgehaltener Hand, wer den zwei Grundschulen Probleme macht, kommt nicht auf dei Privatschule.

Viele Eltern haben uns ausführlich von den Problemen geschildert, die unser Sohn hat - aber darauf bestanden, niemals beim Namen genannt zu werden. Nur eine Familie hat sich einmal für uns etwas eingesetzt: Deren Tochter hat ein Fehlverhalten der Lehrerin ihren Eltern gemeldet. Die Eltern haben hohe Ideale und haben uns informiert - wir schritten ein, was auch für die O.K. war. Obwohl die Tochter sozial und von den Noten überdurchschnittlich ist, bekamen deren Eltern auf einmal auch schwere Probleme und haben es geradeso geschafft, dass deren Tochter sie auf die Privatschule kommt. Dort sitzt das schüchterne und stotternde Mädchen neben einem sehr aggressiven Kind und wird gemobbt. Solche Zufälle gibt es hier zuhauf. Viele Eltern haben uns gesagt, sie haben mehrere Kinder und sie möchten nicht riskieren, das ein Kind auf die anderen Schulen muss. Und auch der Elternbeirat hat Kinder, die noch auf die Privatschule wollen.....

Auch wir haben uns darum lange Zeit viel zu viel gefallen lassen. Irgendwann war es dann doch zuviel und wir haben den Anwalt eingeschaltet. Das Schulamt hat sich demonstrativ uninteressiert gezeigt. Uns war dann auch klar, dass wir das mit der Privatschule damit wohl endgültig vergeigt hatten - so wurde es dann ja auch unserem Sohn vor der Klasse später indirekt gesagt - und zwar so, das jeder genau wusste was gemeint war. An dem Tag, an dem jedes Kind den Antrag bei der Privatschule einreichen musste.

So sind wir zu einem weiteren abschreckenden Beispiel geworden, was passiert, wenn man sich mit den Schulen anlegt. Unser Sohn muss jetzt jeden Tag eine sehr weite Anfahrt zur Schule in Kauf nehmen, ist jetzt in der Schule von seinen Freunden getrennt. Seine Freunde gehen auf die hiesige Privatschule die bzgl, Image und Äußerss alles tut, um wie eine Eliteschule zu wirken.

_____________________


„Beantragt eine Befreiung von der Schulpflicht und meldet euer Kind bei der Webschule an. „
=> Danke, das ist eine super Idee für Plan B, falls wir das auf dem Gymnasium nicht hin bekommen.

„Findet einen kompetenten Therapeuten, der die PTBS behandelt. Findet einen Kinder- und Jugend-Psychiater, der nochmal eine Diagnostik durchführt. Findet einen Psychologen, der euch Eltern dabei hilft, euch für euer Kind einsetzen zu können. „
=> Haben wir schon, wir sind hier in Händen. Und ja, sicherlich ist es eine Schwäche das wir nicht genug für uns einstehen können. Wir sind oft zu defensiv und zu harmoniebedürftig. Aber wir lernen immer mehr, uns zu wehren. Auch jetzt wieder ein kleineas Stück - dank eurem Forum! Wir haben trotzdem Angst, durch entschiedenes Auftreten bei der Schule die Lehrer gegen uns auf zu bringen, so dass sich diese am Kind rächen. In anderen Foren habe ich solche Geschichten zuhauf gelesen.


„Gewöhnt euch bitte an, nicht zu telefonieren, nicht zu reden, sondern NUR schriftlich zu kommunizieren. Solltet ihr euer Kind weiterhin zur Schule schicken, dann führt bitte Buch über all diese Vorkommnisse.“
=> Danke, soweit sind wir inzwischen tatsächlich.

„Ach ja, noch was. Hört damit auf, nachzuplappern, was die Sensationspresse so schreibt. Und trennt euch von dem alternativen Kinderarzt.„
=> Medikinet macht ihn tatsächlich sehr viel ruhiger – das ist leider wirklich so und das merken wir auch zuhause. Er kann sich besser konzentrieren, ist um ein vielfaches soziakompetenter, seine Emotionen sind angemessen usw. – es reicht, wenn er ein mal 5mg/ am Morgen nimmt. Am Nachmittag ab ca. 3 Uhr kommt dann leichtes Rebound. Wie das bei ADHS ist, weis ich nicht, aber ihm helfen die tatsächlich unglaublich gut. Der Arzt (Spezialgebiet ADHS) hat schon früher überlegt, ihm „off label“ Medikinet zu verschreiben, wir wollten das aber bis dato nicht. Die Praxis hat den besten Ruf in der Gegend und ist bekannt dafür, den Schwerpunkt auf nichtmedikamentöse Hilfe zu legen.
Der Deal mit der Schule war zwar unmoralisch, aber wir standen mit dem Rücken zur Wand und hatten immer noch Hoffnung, dass er auf die Privatschule kommt. Das haben wir dem Arzt geschildert und haben deshalb die Behandlung gewünscht.

Es muss einfach festgestellt werden, dass wir gezwungen wurden, unser Kind durch Medikinet angepasst zu machen. Das muss meiner Meinung nach öffentlich gemacht werden. Mein persönlicher Verdacht ist, das Lehrer bei hyperaktiven Kindern genau in die Kerbe ADHS hauen, die Eltern massiv unter Druck setzten, diese zum Arzt gehen – Medikinet bekommen – die Kinder sind angepasst und ggf. sogar besser in den Noten und alle sind happy.


Ich muss mich entschuldigen wenn ich wegen der Probleme mit Schafapnoe ins ADHS Forum gegangen bin – aber meine Hoffnung hat sich bestätigt. So gute Tipps wie bei Euch haben wir noch nie bekommen. Ihr seid einfach kampferprobt! Ich danke für die Rückmeldungen!

AndreaA Offline



Beiträge: 1.127

25.11.2020 07:37
#8 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Hallo RomD,

ich kann vieles nachvollziehen was du schreibst. Auch wir haben einen schweren Weg mit Schulen hinter und vor uns (auch an einer Privatschule). Meine Erfahrung mit Schulen die einen guten Ruf haben, sind sehr, sehr negativ. Die müssen sich einfach nicht so anstrengen, wie andere Schulen und tun es größtenteils auch nicht. Unsere Erfahrung ist aber auch, dass nachdem wir die Bezirksregierung und den Träger der Schule eingeschaltet haben, es sich um einiges verändert / verbessert hat. Wir haben Kontakt mit dem Hauptreferenten der Bezirksregierung und der Referentin des Trägers. Beide bekommen unsere Antworten (immer schriftlich!) auf Schulmails (keine Terminabsprachen) in CC. Es sind plötzlich Dinge möglich, die vor 6 Monaten noch schier unmöglich waren.

Zu Methylphenidat: ADHSler bewegen sich, um sich besser konzentrieren zu können. Methylphenidat macht wach (ist ein Stimulanz!). Deshalb können sich ADHSler dann besser konzentrieren und müssen sich nicht mehr soviel bewegen. Sie sind aber nicht ruhiggestellt! Sondern können sich einfach besser konzentrieren ohne sich bewegen zu müssen. Das ist ein RIESEN Unterschied.

Ich muss jetzt los. Später dann ggf nochmal mehr.
Ein Tipp noch. Wenn du Fragen hast, stelle sie oder schreibe was du erreichen möchtest mit dem Thread. Auskotzen, Hilfestellung o. ä
Dann können wir das auch einordnen.
Danke!

Andrea

Laura S Offline



Beiträge: 875

25.11.2020 07:43
#9 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Hallo RomD

Zitat von RomD im Beitrag #7
Medikinet macht ihn tatsächlich sehr viel ruhiger – das ist leider wirklich so und das merken wir auch zuhause. Er kann sich besser konzentrieren, ist um ein vielfaches soziakompetenter, seine Emotionen sind angemessen usw. – es reicht, wenn er ein mal 5mg/ am Morgen nimmt. Am Nachmittag ab ca. 3 Uhr kommt dann leichtes Rebound. Wie das bei ADHS ist, weis ich nicht, aber ihm helfen die tatsächlich unglaublich gut. Der Arzt (Spezialgebiet ADHS) hat schon früher überlegt, ihm „off label“ Medikinet zu verschreiben, wir wollten das aber bis dato nicht. Die Praxis hat den besten Ruf in der Gegend und ist bekannt dafür, den Schwerpunkt auf nichtmedikamentöse Hilfe zu legen.
Der Deal mit der Schule war zwar unmoralisch, aber wir standen mit dem Rücken zur Wand und hatten immer noch Hoffnung, dass er auf die Privatschule kommt. Das haben wir dem Arzt geschildert und haben deshalb die Behandlung gewünscht.


Ja durch MPH wird man ruhiger, aber: Es ist kein sedierendes Medikament, nichts zum ruhigstellen. Es ist ein Stimulanz! Kaffee zB ist auch ein Stimulanz! Was macht Kaffee durch das enthaltene Koffeein? Genau, es macht einen wacher, und wach ist man aufnahmefähiger und kann sich besser konzentrieren. Das tut MPH auch (Methylphenidat). Durch die Einnahme verbessert sich u.A. die Konzentration, aber auch die Stimmung wird stabiler, die ADHS Symtome allgemein verbessern sich, aber eine ADHS bleibt und MPH ist auch kein Wundermittel. Und: Die Wirkung von MPH ist natürlich auch bei Nicht-ADHS'lern so, auch da macht es wacher, konzentrierter.

Bitte tu uns einen Gefallen und lies Dir einen seriösen Beericht darüber durch, wie MPH im Gehirn wirkt. Es gibt auch Videos dazu zB:


https://youtu.be/lFO2HLPyw-s

Hier wird die Wirkung im synaptischen Spalt dargestellt. Ein Satz stört mich allerdings am Anfang, und zwar Thema ADHS bis ins Erwachsenenalter - natürlich bleibt sie bestehen, warum sollte man mit 18 plötzlich keine mehr haben?
Ein paar kurze Frage noch: Welche Art von Medikinet nimmt Eurer Sohn? Retard? Oder unretadiert? Sind es Kapseln oder Tabletten? Und wenn die Schlafapnoe behandelt wurde, warum benötigt er aus Eurer Sicht noch Medikinet, wenn er denn doch keine ADHS hätte?

Viele Grüße Laura

_E_V_A_ Offline



Beiträge: 165

25.11.2020 09:06
#10 RE: Trickserei der Schulen bei für sie lästigen Kindern Antworten

Hallo RomD

Ein paar Dinge aus deiner Geschichte kommen mir sehr bekannt vor.
Auch mein Junior hatte damals einen ähnlich schweren Stand in der Schule, bzw. bei den Lehrern.
Das steigerte sich von Beginn an -> bis gegen Ende 1.Halbjahr 2.Klasse mein Sohn dann den Stempel unbeschulbar bekam.
Diverse von dir genannte 'Ordnungsmaßnahmen' kennen auch wir. Von
-Einzeltisch-
-Gesicht zur Wand-
-vorzeitiges Abholen-
-Pausenverbot-
Bis zur
-Kurzbeschulung- 2h pro Tag

Die Unterschrift, welche ihr gegeben habt, galt die möglicherweise dem Hinzuziehen des 'mobilen Dienst'? So war es zumindest bei uns. Das bedeutet es kommt für xxStd im Monat eine ausgebildete sonderpädagogische Förderschullehrerin in den Unterricht. Diese schaut sich die Situation an und gibt sowohl der Klassenleitung Tipp und unterstützt aber auch das Kind. Unsere war übrigens sehr nett und kompetent und hatte unsere Situation gut im Blick.
Die Hilfe durch den mobilen Dienst bekommt man übrigens ,in der Regel, VOR Feststellung einen sonderpädagogischen Förderbedarfs.

Bei uns wurde übrigens ein Schlaflabor während der Diagnosik gemacht, dabei wäre dann wohl eine Apnoe aufgefallen .
Unsere Diagnostik hat sich zwar ewig gezogen, aber dafür war sie definitiv gründlich.

Soweit erstmal, ich habe hier heute zwei Homeschooling Kandidaten sitzen und muss noch ein wenig Lehrerin spielen.

Edit; eins noch, wenn bei euch Medikinet so gut wirkt, dann würde ich mich an eurer Stelle nochmal mit dem Gedanken an eine erneute Diagnostik befassen.
Für mich spricht das nämlich sehr dafür, dass euer Sohn doch eben auch ADHS hat, was sich möglicherweise durch die Apnoe verschlimmer hat, diese aber nicht alleiniger Auslöser der Symptome war.
Ich bin nur medizinischer Laie, aber für mich klingt das so. Daher sollte sich das ein ADHS kompetenter KJP nochmal ansehen.

...wenn selbst ein Kind nicht mehr lacht wie ein Kind...

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