E-Rezept - die Erste

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03.01.2024 23:43
#1
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Um Missverständnisse zu vermeiden: Das Folgende gilt NICHT für BTM und vermutlich auch nicht für privat Versicherte.

Heute bei der Augenärztin: "E-Rezept, alles nicht mehr so einfach. Sie bekommen von mir kein Papier mehr. Sie können nicht kontrollieren, ob ich bei Ihren Tropfen aut idem durchgekreuzt habe. Sie sehen überhaupt nicht, was ich Ihnen verordne. Das sieht erst der Apotheker." Ääähm ...

Wieder zuhause habe ich in der Apotheke angerufen. "Bitte schauen Sie nach, welche Augentropfen ich vor drei Monaten bekommen habe, und bestellen Sie die für mich. Die Augenärztin schwört, dass aut idem durchgekreuzt ist." "Ja, mach ich, Sie können sie morgen ab zwölf Uhr abholen."

Ich bin in der Apotheke seit vierzig Jahren bekannt wie ein bunter Hund (rw). Man glaubt mir, dass genau das als Rezept auf der Versichertenkarte steht, was ich telefonisch durchgebe. Bei den Apotheken am Bahnhof oder beim Ärztehaus wäre das schon schwieriger. Augentropfen, darüber lässt sich reden. In der Apotheke sieht man ja, was meine Krankenkasse zu zahlen geruht. Aber das Original-Präparat und Kreuz bei aut idem? Hmmm. Heißt, ich müsste da zweimal hin. Schwierig. Und wenn beim Arzt das Kreuz bei aut idem vergessen wurde (was leider gerne mal passiert, das sind auch nur Menschen), darf ich nochmal zum Arzt und ein neues Rezept holen, weil ich ja nicht kontrollieren kann, ob das X drauf ist.

Interessant wird es dann bei Bupropion. Das bekomme ich von Hinz und von Kunz und als Re-Import. Ich weiß aber nicht, welches Generikum verordnet wurde, kann es also nicht in der Apotheke vorbestellen. Da muss ich dann wohl auch zweimal hin.

Wohlgemerkt, hier handelt es sich um Medikamente, die regelmäßig verordnet werden. Wenn ich mal wieder mit einer Erkältung so in den Seilen hänge wie vor zwei Wochen, muss ich möglicherweise zweimal zur Apotheke, egal, ob E-Rezept oder auf Papier. Das ist dann halt so. Und ich kann mir die Medikamente nicht mal liefern lassen. Das heißt dann: krank, zwei km zur Apotheke und zwei km wieder nach Hause laufen, und das Ganze bitte zweimal.

Mein Mann hat mich gefragt, wo denn da die Zeitersparnis ist. Hmmm ... der Arzt spart keine Zeit, die Apotheke spart keine Zeit und der Patient erst recht nicht. Einfacher, also Zeit sparender, wird es nur für die Krankenkassen. Mir würde jetzt so einiges dazu einfallen, was ich aber nicht öffentlich posten sollte. Nur soviel: Der Patient ist nur noch Mittel zum Zweck. Zum Zweck der Krankenkassen, wohlgemerkt. Dass er krank ist, der Patient, ist völlig uninteressant.

Digitalisierung ist ja ganz nett. Das darf aber nicht dazu führen, dass der Patient nicht mal mehr sieht, was verordnet wird. Wie sagen das die Autisten immer? "Nicht über uns ohne uns."

Äh, noch was. Wir leben in einem Land, in dem Krankenkassen bestimmen, welche Medikamente sie für ihre Versicherten bezahlen. Und wir leben in einem Land, in dem viele Medikamente monatelang nicht lieferbar sind. Diese Situation ist k*ck*. Das E-Rezept macht es nicht leichter.

Ich bin stinksauer! Merkt man das?

Lesen gefährdet die Dummheit


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05.01.2024 12:44 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2024 12:44)
avatar  mi-le
#2
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Da kann ich auch schon mitreden.
Ich war heute beim Arzt wegen einer akuten Sache. Arzt stellt Rezept aus, würde in 15 min elektronisch da sein.
Ich draußen abgewartet, dann zur Apotheke, noch nichts da. Ich soll am Nachmittag kommen. Bin gespannt, ob das Medikament auch vorrätig sein wird (keiner weiß, was für eins), ansonsten muss ich dann drei mal hin.
Hoffentlich habe ich es dann zumindest morgen früh.


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05.01.2024 15:53 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2024 15:55)
avatar  Zottel
#3
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Genau DAS hatte ich befürchtet - die Rezepte meines Mannes sind sehr häufig falsch ausgestellt (und müssen deshalb immer sofort im Auto kontrolliert werden). Da stehen so viele - häufig nicht lieferbare - Medis drauf, dass ich generell zuvor in 2 verschiedenen Apotheken anrufe, ob diese lieferbar sind. Wir wohnen im Outback. D.h. ich fahre mir dann wahrscheinlich in Zukunft vollends den Wolf .... zum Arzt UND zum Apotheker... Jetzt muss ich Sohni nimmer durch die Gegend gurken, dafür bin ich in eigener Sache unterwegs.

NERV!

Zum Glück gibt es die BTM-Rezepte noch nicht auf E-Rezept. Da fehlt oft mal das Aut Idem Kreuz.


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05.01.2024 17:21
avatar  mi-le
#4
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Die Bereitstellung hat nicht geklappt. jetzt muss ich bis Montag warten. :(


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05.01.2024 20:08
avatar  JaNi
#5
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https://www.gematik.de/anwendungen/e-rezept/versicherte

Vielleicht sieht man über die e Rezept App, was genau verordnet wurde? Liest sich erstmal so, aber ich muss mich mal genauer damit beschäftigen.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

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05.01.2024 20:28
#6
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Es ist zum ** zensiert **!

Ich war heute in der Apotheke. Wir haben uns darauf geeinigt, dass Ärzte und Apotheker per se Verbrecher sind, die man kontrollieren muss, und der Patient nur Mittel zum Zweck. Sarkasmus Ende.

Es gibt auch eine gute Nachricht. Statt des E-Rezeptes kann man das Rezept mit Klartext und QR-Code auch auf Papier bekommen. Das muss man aber sagen, wenn man der MFA die Versichertenkarte gibt. Darauf ich: Ich warte seit vierzig Jahren auf das papierlose Büro. Jetzt gibt es was ohne Papier und ich bin sowas von froh, dass es das Ganze alternativ auch auf Papier gibt. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal über die Papier-Variante froh sein werde.

Lesen gefährdet die Dummheit


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05.01.2024 21:02 (zuletzt bearbeitet: 05.01.2024 21:03)
avatar  mi-le
#7
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Mit der App habe ich auch schon versucht, auf die Schnelle konnte ich mich da aber auch nicht registrieren. Auf meiner Versichertenkarte steht gar nicht die Nummer, die da erforderlich ist 🤔
Muss ich in Ruhe schauen, für die Zukunft dann…


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07.01.2024 20:23
#8
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Zurecht bist du stinksauer ... Es ist so ein Schwachsinn.
Ich hab hier au was. E-Rezept die 2:

Freitag beim Kinderarzt in der nächsten Stadt Arznei telefonisch bestellt.
Gott sei Dank nur für den Vorrat !!! und nicht eilig.

Bisher war es ein Anruf, danach kam das RezeptFax von der Praxis in der Stadt in meine örtliche Apotheke. Arznei am gleichen Tag noch in der Apotheke abgeholt. Im Gegenzug Versichertenkarten in einen Briefumschlag mit einem frankierten Rückumschlag in den nächsten Briefkasten geworfen. Die Praxis hat sie dann eingelesen und mit dem O-Rezept wieder an uns geschickt. O-Rezept dann in die Apotheke. Fertig.

NEU: Sie brauchen nun erst die Karten in der Praxis. Alles klar. Theoretisch müsste ich nun hinfahren und reine Fahrzeit 1 Std oder warten wie früher bis die Karten aufm Postweg dort und wieder bei uns sind.

Alle Versichertenkarten die bis 12 Uhr in der Praxis sind können dann ab 14 Uhr nach der Mittagspause wieder abgeholt werden. So also theoretisch morgens und dann nochmals nachmittags in die Stadt fahren nur um das E-Rezept abzuholen. Lasst mal da was falsch sein ... ich bin mal gespannt wie es sich in der Praxis einspielt.

Ganz ganz "witzig" wird es wenn das jemand aufgrund seines Alters,
Krankheit und Co alles nicht mehr selbst erledigen kann.

Ich bin mal gespannt wann ich wieder Papierrezepte in der Hand hab ... E-AU funktioniert manchmal au net so 100 %.


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08.01.2024 08:45
avatar  mi-le
#9
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Ich habe heute beim Arzt angerufen.
Ja… tatsächlich… das Rezept wurde nicht übermittelt. Machen sie heute Mittag, können sie nicht einfach so zwischendurch. 😡
Heute ist der dritte Tag… bei einer akuten Entzündung.
Ist so… können sie nicht ändern und ausdrucken auch nicht


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08.01.2024 12:35 (zuletzt bearbeitet: 08.01.2024 12:38)
avatar  JaNi
#10
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Zitat von mi-le im Beitrag #7
Mit der App habe ich auch schon versucht, auf die Schnelle konnte ich mich da aber auch nicht registrieren. Auf meiner Versichertenkarte steht gar nicht die Nummer, die da erforderlich ist 🤔
Muss ich in Ruhe schauen, für die Zukunft dann…

Die PIN für deine Versichertenkarte bekommst du von deiner Krankenkasse. Geh am besten persönlich vorbei, man muss sich dafür „identifizieren“, vor Ort mit dem Personalausweis geht das bestimmt am unkompliziertesten.

Umwege erhöhen die Ortskenntnis.

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