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Dieses Thema hat 23 Antworten
und wurde 1.297 mal aufgerufen
 Diagnostik, Therapie, Medikation
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Rimoda Offline



Beiträge: 9

26.08.2018 09:25
Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Hallo Zusammen,
mein Sohn ist 13. Die Diagnose ADHS bekamen wir im Januar 2017. Seitdem nimmt er Ritalin 40 mg Retardkapseln plus 5mg Ritalin unretardiert. Und seitdem nimmt er nicht ein Gramm zu. Wächst aber natürlich. Seine Handgelenke sind so dünn, dass selbst das letzte Loch im Uhrenarmband viel zu weit ist.
Das Ritalin hat ihm richtig viel gebracht, Er geht jetzt richtig gern zur Schule und ist jetzt Klassenbester. Es abzusetzen wäre keine gute Idee. Essen war nie ein Problem, auf einmal gibt es nur noch Diskussionen darum, weil ich ihn "mästen" soll...und er sich verweigert.
Was mach ich nur???
VG Rimoda

SusanneG Offline



Beiträge: 8.809

26.08.2018 12:43
#2 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Hallo Rimoda,

sei erst mal herzlich willkommen bei uns im Forum! Wir freuen uns, dass du zu uns gefunden hast.

Es ist schon so, dass MPH den Appetit unterdrückt - allerdings nur so lange, wie es wirkt. Und dass unsere Kinder in der Pubertät mal eben in die Höhe schießen und das Gewicht sich erst mal nicht verändert. Wie groß ist er denn und was wiegt er?

Zitat von Rimoda im Beitrag #1
Ritalin 40 mg Retardkapseln plus 5mg Ritalin unretardiert

Die 40 mg Ritalin LA - nimmt er die auf einmal? Wann nimmt er sie ein? Wann beginnen sie zu wirken? Wann endet die Wirkung? Dagegen erscheinen die 5 mg sofort freisetzendes Ritalin winzig. Wann nimmt er die und weshalb?

Bei mir tut sich da noch die Frage auf, wie es zu dieser Dosierung gekommen ist. Mit welchem Medikament wurde begonnen? Wie wurde aufdosiert?

Zitat von Rimoda im Beitrag #1
..., weil ich ihn "mästen" soll ...

Hmmm ... wer sagt, dass du ihn mästen sollst? Der Arzt? Jemand aus dem sozialen Umfeld? Ich hänge mich da gerade an dem Wort "soll" auf. Das impliziert, dass der Rat, ihn zu mästen (oder aufzupäppeln), von Dritter Seite kam. Wenn dein Sohn derart untergewichtig ist, sollte der Arzt ein Auge drauf haben und dir Anleitung zu einer hochkalorischen Ernährung geben. Wenn nicht, mache das Essen nicht zum Thema. Solange darüber diskutiert wird, kann man widersprechen .

Ich hätte jetzt gerne geschrieben ... mach dies so und mach das so ... aber dazu sind einfach zu viele Fragen offen.

Lesen gefährdet die Dummheit

Rimoda Offline



Beiträge: 9

26.08.2018 16:59
#3 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Hallo Susanne,
Danke für die liebe Begrüßung. Sorry ist lang.

Mein Sohn ist 1,54 cm und wiegt 35,4 kg. Lt. Internet-BMI-Rechner ist er damit stark untergewichtig. Na ja, es ist auch nicht zu übersehen.

Ich fange Mal von vorne an.

Sohnemann kam ausgelöst durch mein HELLP-Syndrom in SSW 30+3 per KS im Jahr 2005 mit 1280 g und 40 cm auf die Welt. Es folgten 9 Wochen Frühgeborenen-Intensiv mit unter anderem Not-OP wg eingeklemmten Darm bei beidseitigen Leistenhernien, Bradikardien, Sättigungsabfällen, Trinkschwäche usw. Die üblichen Frühchen-Probleme. In den Wintermonaten immer wieder Lungenprobleme, behandelt mit Kortison (Wachstumsverzögerungen).

Mit ca. 3 Jahren kam seine Schwester 5Wochen zu früh auf die Welt. Mein Sohn bekam damals plötzlich komplizierte Fieberkrämpfe und die erste Brille, ein Auge weitsichtig, das andere kurzsichtig. Und durchweg seit dem ersten Tag hat er einen zu niedrigen Muskeltonus. Nichts wirklich Schlimmes, aber wenn ein Kind rennen und klettern will und muss und das Kräfte mässig nicht gut kann, ist das ganz schön frustrierend. Im KiGa gab es viel Theater unter den Mitarbeitern, da ist tatsächlich nicht soviel aufgefallen. Mein Sohn hat sich schon früh irgendwelche Vermeidungsstrategien zurecht gelegt und ist somit um für ihn schwierige Dinge wie Bastelarbeiten nach festen Vorgaben drumherum gekommen.

Dann kam die Einschulung und ziemlich gleichzeitig die Trennung von seinem Vater. Ich hab sie gehasst, seine Grundschulzeit. Die Arme, verlassene, berufstätige Alleinerziehende, die nichts auf die Reihe kriegt. Dabei waren seine Noten gar nicht so schlecht. Obwohl er den Unterricht störte, weil er immer Geräusche machen musste, ständig mit seinen Stiften herum hampelte oder sein Radiergummi in seine Atome zerlegte. Der Ergotherapeut machte Aufmerksamkeitstraining mit ihm. Das sollte die Klassenlehrerin unterstützen. Funktionierte nicht.

Die städtische Erziehungsberatung war damals chronisch unterbesetzt. Dort wurde zwar ein Test durchgeführt. Aber das Ergebnis hab ich bis heute nicht. Puh, da hat sich ganz viel Frust angesammelt bei mir. Und dann sind wir oder besser ich in der dritten Klasse voll in die falsche Richtung gerannt, diagnostisch. Das kurzsichtige Auge wurde immer schlechter, mittlerweile 15 Dioptrien Unterschied zwischen beiden Augen. Ein Gutachten und ein AOSF-Verfahren wurde eröffnet und meinem Sohn wurde Förderbedarf im Bereich "Sehen" bescheinigt. Die Grundschule war daran trotz Inklusion aber nicht sonderlich interessiert.

Und dann der Hammer, trotz immernoch ganz guten Noten die Hauptschulempfehlung. Die beiden Sozialarbeiter, bei denen mein Sohn einen weiteren Kurs in Sachen sozialer Kompetenzförderung mit sehr guten Resultaten besuchte, vielen fast vom Glauben ab. Ich sollte ihn auf keinen Fall auf eine Hauptschule schicken, da würde er untergehen. Ich hab gekämpft, gebettelt und gefleht. Unsere Wunsch-Schule ist es nicht geworden, aber seine Gesamtschule ist super und ich bin seinen Lehrern und der Sozialarbeiterin dort sehr dankbar.

Aufgrund deren Anregungen wurde letztlich doch die richtige Diagnose gestellt, das Ergebnis des IQ-Tests fand ich aber überraschend niedrig und sein Förderlehrer und seine Klassenlehrer ebenfalls (77). Leider war es noch nicht der richtige Therapeut/Therapieansatz (ohne Medikation, nur autogenes Training), aber nach einer Schulverweigerung Ende des 1. Hj. in der sechsten Klasse bin ich mit ihm in die (*** Name gelöscht) Kinderklinik gefahren. Dort wurde er komplett neu getestet, maximale Konzentrationsspanne im Vigilanztest 10-15 Minuten, und stationär eingestellt.

Erst wurde Medikinet ausprobiert. Davon bekam mein Sohn Hautausschlag. Seit dem bekommt er Ritalin, erst unretardiert, später dann für den langen Schultag retardiert. Die Dosis wurde im KH nach und nach gesteigert. Er nimmt die Kapsel morgens um Viertel vor sieben mit dem Frühstück. Um zehn vor acht beginnt der Unterricht. Nach einem dreiviertel Jahr wurde die Dosis um diese 5mg erhöht, da mein Sohn und seine Lehrerin gleichzeitig eine Verschlechterung bei ihm feststellten. Leider kann ich nicht viel zur Wirkdauer sagen, da wir von Anfang an keine Medikation an den Wochenenden einsetzen, eben weil er so zart ist. Auch in den Ferien ist er ohne Medikation, außer im Ferienlager.

Das ich Sohnemann "mästen" soll, hat tatsächlich sein Arzt im KH gesagt. Allerdings im Scherz. Er hat mir auch gesagt, dass er bei mir auch ADHS vermutet. Das hat mich komischerweise ziemlich umgehauen, obwohl ich schon den Verdacht hatte, dass mein Erbgut dahinter steckt. Bei meiner Tochter ergab die Testung einen IQ von 127. Anfänglich war nicht klar, ob sie auch eine Aufmerksamkeitsstörung hat, oder ob sie einfach unterfordert ist. Jetzt bekommt sie Medikinet 15mg. Morgens mit dem Frühstück seit ca. 3 Monaten.
VG Rimoda

Laura S Offline



Beiträge: 786

26.08.2018 17:32
#4 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Hallo Rimoda,

herzlich willkommen auch von mir!



Zitat
Seit dem bekommt er Ritalin, erst unretardiert, später dann für den langen Schultag retardiert. Die Dosis wurde im KH nach und nach gesteigert. Er nimmt die Kapsel morgens um Viertel vor sieben mit dem Frühstück. Um zehn vor acht beginnt der Unterricht. Nach einem dreiviertel Jahr wurde die Dosis um diese 5mg erhöht, da mein Sohn und seine Lehrerin gleichzeitig eine Verschlechterung bei ihm feststellten. Leider kann ich nicht viel zur Wirkdauer sagen, da wir von Anfang an keine Medikation an den Wochenenden einsetzen, eben weil er so zart ist. Auch in den Ferien ist er ohne Medikation, außer im Ferienlager.



Verstehe ich das richtig, Dein Sohn bekommt die 40mg retard morgens- und als 2. Dosis dann die 5mg? Mich macht die Höhe der Dosis schon etwas stutzig, morgens wirken dann 20mg pro Ausschüttung und nachmittags reichen ihm denn dann die 5mg? Ich meine, Dosis ist immer individuell, das ist klar, aber vielleicht wäre zu gucken, ob er auch mit weniger oder einer anderen Aufteilung besser zurechtkäme...

Du schreibst, er bekommt kein Medi an den Wochenenden und keins in den Ferien? Wie läuft es denn ohne Ritalin mit ihm? Wie geht es ihm damit?

Seid Ihr nur im Krankenhaus oder bei einem niedergelassenen Arzt regelmäßig? Vielleicht habe ich es auch überlesen...

LG Laura

Rimoda Offline



Beiträge: 9

26.08.2018 17:52
#5 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Hallo Laura,
nein, er nimmt die 40mg-Kapsel und die 5mg (halbe 10 mg-)Tablette morgens gleichzeitig.

Er ist im KH in ambulanter Behandlung bei einem Jugend- und Kinder-Psychologen und Psychiater. Weiterhin erhält er dort Aufmerksamkeits- und Konzentrationstraining bei einem Sozialpädagogen, ebenfalls ambulant. Mach ich was falsch?

Rimoda Offline



Beiträge: 9

26.08.2018 17:59
#6 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Auf Anraten seines Arztes gehen meine Mäuse noch zu einem Aikido-Training.

Laura S Offline



Beiträge: 786

26.08.2018 18:06
#7 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Zitat von Rimoda im Beitrag #5
nein, er nimmt die 40mg-Kapsel und die 5mg (halbe 10 mg-)Tablette morgens gleichzeitig.


Puh, das ist ne Menge Holz auf einmal es wirken quasi 25mg auf einmal und später nochmal 20... danach ist dann Ende. Wie lange wirkt es bei ihm, und was passiert den Rest des Tages? Wie klappt es da so?

LG Laura

Rimoda Offline



Beiträge: 9

26.08.2018 18:40
#8 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Seit der Erhöhung lt. seiner Aussage in der Schule wieder besser. Gleichzeitig brauchte er aber auch eine neue Brille.

Mein Sohn sagt, dass er so gegen 15 - 16 Uhr wieder Hunger bekäme...
Da ich vollzeit-berufstätig bin, komme ich erst um 18 Uhr nach Hause. Dann essen wir zusammen warmes Abendessen.

Wie es so bei uns klappt? Mal mehr Mal weniger gut. Die Hauptprobleme gab es hauptsächlich in der Schule. Ich war zum Beispiel bei Tischregeln immerschon sehr konsequent, weil ich es nicht mag, wenn jemand "mit den Füßen auf dem Tisch" liegt. Ordentlichkeit ist ein Problem, aber auch das klappt besser, seitdem wir gemeinsam Schritt für Schritt aufräumen. Na ja, und eine begnadete Hausfrau bin ich auch nicht gerade... Die positive Verstärkung hilft sehr, ich ertappe mich aber hin und wieder doch beim meckern. Die Gesamtschule ist eine Ganztagsschule, Hausaufgaben sind kein großes Thema mehr, da er seit dem KH-Aufenthalt Klassenbester ist, mache ich um Schule kein großes Aufheben mehr.
Die 4 täglichen Aufgaben schafft er oft bis zu meiner Ankunft nicht. Aber wenn ich dann da bin, macht er sie, immer häufiger ohne größeres Theater, da er ja doch nicht drumherum kommt 😉

Laura S Offline



Beiträge: 786

26.08.2018 18:55
#9 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Zitat von Rimoda im Beitrag #8
Seit der Erhöhung lt. seiner Aussage in der Schule wieder besser. Gleichzeitig brauchte er aber auch eine neue Brille.

Mein Sohn sagt, dass er so gegen 15 - 16 Uhr wieder Hunger bekäme...
Da ich vollzeit-berufstätig bin, komme ich erst um 18 Uhr nach Hause. Dann essen wir zusammen warmes Abendessen.

Wie es so bei uns klappt? Mal mehr Mal weniger gut. Die Hauptprobleme gab es hauptsächlich in der Schule. Ich war zum Beispiel bei Tischregeln immerschon sehr konsequent, weil ich es nicht mag, wenn jemand "mit den Füßen auf dem Tisch" liegt. Ordentlichkeit ist ein Problem, aber auch das klappt besser, seitdem wir gemeinsam Schritt für Schritt aufräumen. Na ja, und eine begnadete Hausfrau bin ich auch nicht gerade... Die positive Verstärkung hilft sehr, ich ertappe mich aber hin und wieder doch beim meckern. Die Gesamtschule ist eine Ganztagsschule, Hausaufgaben sind kein großes Thema mehr, da er seit dem KH-Aufenthalt Klassenbester ist, mache ich um Schule kein großes Aufheben mehr.
Die 4 täglichen Aufgaben schafft er oft bis zu meiner Ankunft nicht. Aber wenn ich dann da bin, macht er sie, immer häufiger ohne größeres Theater, da er ja doch nicht drumherum kommt 😉



Bitte nicht falsch verstehen, meine Gedanke dazu ist gerade , dass man man nicht alles am Thema schule festmachen sollte... Du schreibst, es klappt seit dem KH gut in der Schule und dass du da kein großes Aufheben mehr machst. Das Ziel einer Behandlung mit MPH sollte nicht sein , Klassenbester zu werden... Natürlich ist das toll für Deinen Sohn, aber es heisst halt nicht, dass es ihm auch immer gut geht und auch alles andere so läuft. Ich fand es immer unangebracht, dass unsere vorherige Ärztin alles am Thema Schule festgemacht hat. Denn zu ADHS gehört mehr, als Schule. Mich interessiert, wie es sonst so läuft mit ihm. Wie sind denn die Symptome bei ihm, wenn er keine Wirkung mehr hat oder gar nichts nimmt? Natürlich ist es wichtig, dass ein Kind in der Schule mitkommen kann, aufmerksam sein kann und dafür ist MPH ja auch oftmals nötig, es sollte aber nicht alleinige Indikation sein...

Er nimmt das Medikament recht früh und macht seine Hausaufgaben aber recht gut auch ohne Wirkung, weil er nicht drumherum kommt ?Hausaufgaben und lernen ist ja soein Thema bei den Kids besonders bei ADHS.... da spielt es auch oft keine Rolle, ob es sein muss oder nicht... Wenn Dein Sohn sie aber ganz gut hinbekommt auch ohne MPH Wirkung.... Ich frage mich halt, ob die Dosis nicht ein wenig gesenkt werden könnte bzw was den Arzt dazu bewogen hat, es so hochzusetzen, wenn es ohne auch ganz gut klappt. Man liest hier oft, dass die Kids nachmittags Probleme haben mit den Hausis, weil die MPH Dosis nicht mehr wirkt oder es gibt andere Probleme dann zuhause. Das Ritalin wirkt ja nur bis in den frühen Nachmittag dann, danach ist ja Ende. Das passt ja auch damit zusammen, dass er dann wieder Hunger bekommt, wie du schreibst.

LG Laura

SusanneG Offline



Beiträge: 8.809

26.08.2018 19:24
#10 RE: Hilfe, mein Sohn wird immer dünner und dünner!!! Antworten

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Mein Sohn ist 1,54 cm und wiegt 35,4 kg.

Das ist nicht gerade viel. Diese Diskrepanz zwischen Größe und Gewicht - seit wann besteht die? Schon immer? Oder erst, seit er MPH bekommt?

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Dann kam die Einschulung und ziemlich gleichzeitig die Trennung von seinem Vater.

Das ist dumm gelaufen, hat aber weder mit dem Gewicht noch mit der ADHS an sich etwas zu tun.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Die Arme, verlassene, berufstätige Alleinerziehende, ...

Jajaja, kennen wir. Und wehe, wenn Muttern nicht arbeiten geht. Dann ist man faul. Und wenn man nicht verlassen wurde (oder verlassen hat) und dennoch arbeiten geht, ist man zu faul, sich um sein Kind zu kümmern. Du kannst es nicht allen recht machen, eher gar keinem. Vergisses!

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Obwohl er den Unterricht störte, weil er immer Geräusche machen musste, ...

Definiere "Geräusche". Hat er diese Geräusche mit irgendwelchen Gegenständen gemacht? Oder kamen die Geräusche von ihm selbst, ohne Beteiligung von anderem Zeugs?

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
... Aufmerksamkeitstraining ... sollte die Klassenlehrerin unterstützen. Funktionierte nicht.

Das ist der Klassiker. Das Kind soll funktionieren, ich muss dafür nix tun.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Das kurzsichtige Auge wurde immer schlechter, mittlerweile 15 Dioptrien Unterschied zwischen beiden Augen.

Das ist hier zwar nicht unser Thema, aber interessant wäre doch, was der Augenarzt dazu sagt.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Förderbedarf im Bereich "Sehen" bescheinigt. Die Grundschule war daran trotz Inklusion aber nicht sonderlich interessiert.

Leider bedeutet Inklusion mitunter nur "darf am Unterricht teilnehmen" . Schulen werden Inklusion erst verstehen, wenn sie personell dafür ausgerüstet sind. Und dann werden sie sie auch umsetzen.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
... das Ergebnis des IQ-Tests fand ich aber überraschend niedrig und sein Förderlehrer und seine Klassenlehrer ebenfalls (77).

Was für ein Test war das? Etwa einer, bei dem der Durchschnitt bei 100 liegt? Woran lag es? Kein Bock? Tester doof? Testumgebung nicht geeignet? Mit oder ohne Medi? Öhm ... ab siebzig abwärts gilt das als geistige Behinderung. Lass den IQ bitte nochmal testen. Mit 77 kann man nicht so wirklich gute Noten schreiben.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Die Dosis wurde im KH nach und nach gesteigert.

Und unter Klinikbedingungen wurde auf 40 mg hochdosiert . Ich sehe das wie Laura: Das ist ein Haufen Holz!

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Nach einem dreiviertel Jahr wurde die Dosis um diese 5mg erhöht, da mein Sohn und seine Lehrerin gleichzeitig eine Verschlechterung bei ihm feststellten.

Die Verschlechterung könnte bedeuten, dass er jetzt in der Pubertät weniger MPH braucht und mit 40 mg retard gnadenlos überdosiert ist. Ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, liegt aber nahe.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
... keine Medikation an den Wochenenden einsetzen, ... Auch in den Ferien ist er ohne Medikation.

Hast du eine Möglichkeit, ihn mal mit MPH zu erleben? Wochenende? Ferien? Wie willst du dir eine Meinung bilden, wenn du vollständig auf die Berichte Dritter angewiesen bist? Hier wird immer wieder berichtet, dass mitunter Lehrkräfte der Ansicht sind, man muss so lange mit der Dosis rauf, bis er den Unterricht nicht mehr stört. Mit einer Überdosierung stört er den Unterricht auch nicht ... nur mal so am Rande ...

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Das ich Sohnemann "mästen" soll, hat tatsächlich sein Arzt im KH gesagt.

Na toll ! Hat er dir auch gesagt, WIE du das machen sollst?

Fresubin und hochkalorische Drinks von Hipp (oder weniger bekannten Anbietern) wird Sohnemann nicht freiwillig trinken. Die schmecken allesamt nach "du musst zunehmen" . Google das mal. So pi mal Auge kann man Wasser durch Fruchtsaft oder Milch ersetzen, Milch durch Sahne. Lade dir eine Kalorientabelle runter; da kannst du sehen, welche Nahrungsmittel du durch hochkalorische Varianten ersetzen kannst.

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
..., dass er bei mir auch ADHS vermutet. Das hat mich komischerweise ziemlich umgehauen, ...

Von nix kommt nix. Das ist aber eine ganz andere Baustelle. Jetzt lass uns erst mal Sohnis Medikation und Gewicht auf die Reihe kriegen, dann diskutieren wir deine eigene potentielle ADHS. Immer nur einen Parameter ändern ...

Zitat von Rimoda im Beitrag #3
Bei meiner Tochter ergab die Testung einen IQ von 127. Anfänglich war nicht klar, ob sie auch eine Aufmerksamkeitsstörung hat, oder ob sie einfach unterfordert ist. Jetzt bekommt sie Medikinet 15mg.

Auch das ist eine andere Baustelle. Interessant wäre aber zu wissen, wie du die kognitiven Fähigkeiten deiner Kinder wahrnimmst. Kann da ein Unterschied von sage und schreibe 50 Punkten bestehen? Und nein, ich meine nicht die Schulnoten! Ich meine sowas wie die "Denkgeschwindigkeit"; die Zeit, die sie zu einer Problemlösung benötigen. Kein Schulzeugs, sondern praktische Dinge mitten aus dem Leben. "Wenn du mit dem Fahrrad zur Schule fährst, geht das viel schneller als zu Fuß?" oder "Was kommt raus, wenn man orange und grün mischt?" oderoderoder ...

Zitat von Laura S im Beitrag #4
Wie läuft es denn ohne Ritalin mit ihm? Wie geht es ihm damit?

Zum Unterschied kannst du ja noch nicht wirklich was sagen, deshalb - siehe oben: Erlebe ihn ein paar Tage lang mit Medis und bilde dir eine Meinung.

Was Laura vermutlich meint, ist die interessante Frage, welche Probleme er außerhalb der Schule hat. Wie meistert er soziales Zusammensein? Mit Gleichaltrigen besser als mit Erwachsenen? Ermüdet er schnell? Wie untolerierbar ist sein Verhalten? Leidet er unter seinem Verhalten bzw. negativem Feedback der Menschen um ihn herum?

Zitat von Rimoda im Beitrag #5
nein, er nimmt die 40mg-Kapsel und die 5mg (halbe 10 mg-)Tablette morgens gleichzeitig.

So ein Schmarrn! Da hat er erst mal vier Stunden lang 25 mg MPH im Kopf (was ich persönlich für reichlich zu viel halte), danach 20 mg. Und nach maximal acht Stunden fällt er theoretisch in ein sehr tiefes Loch. Wo ist er zu diesem Zeitpunkt?

Zitat von Rimoda im Beitrag #5
Aufmerksamkeits- und Konzentrationstraining bei einem Sozialpädagogen, ...

Nett, aber meiner Ansicht nach nicht ausreichend. Was er braucht, ist Verhaltenstherapie, gerne verbunden mit altersgemäßem Störungsbild-Teaching. Aufmerksamkeit und Konzentration ist nicht alles, was man im Leben braucht .

Zitat von Rimoda im Beitrag #5
Mach ich was falsch?

Nein! Hier läuft zwar etwas nicht so optimal, das liegt aber keinesfalls an dir!

Hast du schon mal über ein Elterntraining nachgedacht?

Zitat von Rimoda im Beitrag #6
Auf Anraten seines Arztes gehen meine Mäuse noch zu einem Aikido-Training.

Sehr gut!

Lesen gefährdet die Dummheit

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