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Von (un-?) bewusstem Fake in den Medien und anderen Katastrophen
von SusanneG In der Kategorie ADHS in den Medien am 28.02.2017 um 15:19 Uhr.

Ich mach da jetzt mal ein neues Fass auf … ein Fass mit viel Sarkasmus drin.

Hab ich schon erwähnt, dass ich weder Arzt noch Apotheker noch sonst ein Wissenschaftler bin und an Menschen mit ADHS kein Geld verdiene? Gut. Rein aus persönlichem Interesse bin ich seit 20 Jahren im Thema ADHS und seit 17 Jahren in der ADHS-Selbsthilfe. Vermutlich kann ich logisch denken und Zusammenhänge erkennen. Und immer, wenn mein Bauch grummelt, frage ich mich: Qui bono?

Da ist zunächst einmal die Stammtisch-Diskussion zur ADHS. Jeder hat ne Meinung, keiner hat Ahnung. Scheint ein interessantes Thema zu sein, denn die Medien haben es aufgegriffen. ADHS ist in aller Munde. Die Meinungen sind vielfältig, aber Ahnung hat immer noch keiner.

Die Laienpresse weiß inzwischen, wie ADHS verursacht wird (Lakritz, Zahnpasta, Rauchen, zu wenig elterliche Zuwendung, zu viel elterliche Zuwendung, kein Wunschkind, Wunschkind, zu wenig Sport, zu viel Sport, Gebärmutterhalskrebs – äh, oder war das Autismus? Wurscht! Davon hat die Laienpresse auch keine Ahnung.

Inzwischen wissen ja auch alle, wie man ADHS heilt: Algen, Bachblüten, Globuli, Fischöl, eine hinter die Löffel, Vitamin A bis Y, Zink … und dann ist da noch dieses hochgefährliche Ritalin, mit dem man Kinder ruhigstellt und in die Sucht treibt.

Sarkasmus off? Nö, jetzt noch nicht!

Da war noch was mit der Pharma-Industrie … Achso, ja, die kriminelle Pharma-Industrie hat ADHS erfunden, damit sie ihre Medikamente verkaufen und einen Haufen Kohle scheffeln kann.

Hmmm … die Pharma-Industrie stellt Medikamente her, um sie zu verkaufen und damit Gewinn zu erwirtschaften. Die Auto-Industrie stellt Autos her, um sie zu verkaufen und damit Gewinn zu erwirtschaften. Bei der Auto-Industrie ist das ok. Kann mir bitte jemand den Unterschied erklären?

Und wie ist das mit Krebs? Hat die Pharma-Industrie auch Krebs erfunden, um ihre Medis Gewinn bringend zu verkaufen? *duck*

Es scheint also so zu sein: ADHS ist eine erfundene Krankheit. Kinder, bei denen eine ADHS diagnostiziert wird, sind nur schlecht erzogen. Und wenn die Argumente für „ADHS gibt’s nicht“ ausgehen, dann darf man diesen armen Kindern weiß der Geier was antun, nur eines nicht: Ritalin.

Aber jetzt: *Sarkasmus off*

An allen Ecken und Enden wird geforscht. Ich finde es super, dass man inzwischen auf der Netzhaut und im Größenverhältnis der Gehirnareale Unterschiede zwischen Menschen mit ADHS und neurotypischen Menschen nachweisen kann. Und ich bin dankbar für jeden körperlichen Unterschied, der entdeckt wird. Hier wird geforscht, um Nachweise zu erbringen, und das finde ich toll.

So ganz unterdrücken lässt sich der Sarkasmus nun aber doch nicht, denn …

Man forscht auch an alternativen Therapiemöglichkeiten; erst Neurofeedback, jetzt Hirnstimulation. Vergessen sind die körperlichen Merkmale – ADHS wird auf mangelnde Konzentrationsmöglichkeit und vielleicht noch Impulsivität reduziert. Man nimmt ein Gerät, das für Therapien bei Angst oder Depressionen oder Multiple Sklerose oder Schmerzen oderoderoder entwickelt wurde und beantragt Fördergelder, da man eine Therapiemöglichkeit für Menschen mit ADHS erforschen will, die es ermöglichen soll, auf die Gabe von Medikamenten zu verzichten.

Echt jetzt? Ja. Dieser Hinweis steht auf einer der ersten Seiten des Verkaufsprospekts für Neurofeedback-Geräte. Nicht ganz so deutlich, aber doch wahrnehmbar, steht er auch in den Veröffentlichungen der Uni Kiel.

Zusammengefasst könnte das bedeuten: Die Sensationsberichterstattung hat dafür gesorgt, dass man mit dem Argument, eine Alternative zu Ritalin zu beforschen, jede Menge Forschungsgelder locker machen kann.

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Qui bono?
… fragt sich Susanne



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